Mittwoch, 22. September 2010

Auf Eis

Nun ist bereits eine Viertel Ewigkeit nichts von mir verfasst worden in diesem Blog. Und so soll es auch erst einmal bleiben. Ich mache gerade eine interessante Lebensphase durch, in der ich das Gefühl habe, schizophren zu werden. Oder paranoid. Oder irgend etwas anderes geistig Kaputtes. Auf jeden Fall fühlt sich das toll an. Und manchmal glaube ich, der Lösung des Lebens auf die Spur zu kommen. Vielleicht hängt hat das alles auch einfach nur mit verblödendem Drogenkonsum zu tun zusammen. Aber wenn ich glaube, mich dadurch mehr den Mitmenschen in meiner Umgebung anzupassen und sie besser zu verstehen, dann soll das wahrscheinlich so sein. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Zurzeit braucht Ihr nicht ganz so oft meinen Blog zu kontrollieren. Oder löscht ihn einfach aus Eurem Gedächtnis. Ich werde Euch schon noch finden, wenn ich wieder jemanden brauche, der meinen geistigen Blödelschiss konsumiert. Auf ein Wieder- Lesen, -Hören, -Riechen.

Freitag, 3. September 2010

Bildungsparasidies Deutschland

Es ist noch nicht so lange her, da beschwor Kanzlerin Angela Merkel die „Bildungsrepublik“. Bildungspolitik solle Chefsache werden. Natürlich hieß das nicht, dass Merkel selber ein wenig Bildung in Anspruch nehmen wollte. Vielmehr schwimmen nun unsere jungen Schüler und Studenten seit Jahren so tief in den weiten Bildungungsseen der deutschen Länder, dass sie vor lauter Wasser das Meer gar nicht mehr sehen. Aber wer braucht schon Meer. Wo doch jedes Bundesland seinen eigenen kleinen wunderschönen Jadebusen hat.

Natürlich sieht nicht jeder kleine Jadebusen gleich aus. Das wäre ja langweilig und widerspräche der multikulturellen Vielfalt Deutschlands. So sieht das Schulsystem in Berlin und Brandenburg vor, dass Schüler nach der 6. Klasse von der Grund- zur weiterführenden Schule wechseln, während das in anderen Bundesländern bereits nach der 4. Klasse geschieht. Natürlich besteht dieser Unterschied nur, weil Kinder in Berlin und Brandenburg nun einmal speziell sind und zwei Jahre länger brauchen, bis sie wissen, auf welche weiterführende Schule sie denn gehören.
Niedersachsen hält am dreigliedrigen Schulsystem fest. Thüringen dagegen hat keine Kinder, die auf eine Hauptschule wollen und deswegen auch gleich gar keine Hauptschulen. Praktisch. In Hessen zu guter letzt kann ein Grundschulkindkind mit der Note „4“ in einem Hauptfach noch auf das Gymnasium gehen, in Baden-Württemberg hat man andere Zukunftspläne für solche Schüler und erspart ihnen unter Garantie dieses versnobte Gymnasium mit seinen ganzen Akademikerkindern.

Soviel zum strukturellen Aufbau der Jadebusen. Kommen wir zu Finanzen und Verwaltung der Ressortanlagen. Jeweils 67% des Bildungsbudgets wird von den Ländern getragen. Das ist toll für Schüler aus finanzstarken Ländern wie Hessen und Baden-Württemberg. Mit den Versprechen von besserer Besoldung und besseren Aufstiegschancen haben beide Länder bereits Lehrkräfte aus anderen Bundesländern abgeworben. Das ist notwendig, denn nur so bleiben die teuren Klassenräume im Osten der Republik weiterhin schön ruhig – das verspricht eine angenehm entspannte Lernatmosphäre für Jung und ... Jünger. Und sowieso: In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist es drei Mal so wahrscheinlich eine Förderschule zu besuchen wie im Saarland, in Schleswig-Hostein und in Rheinland-Pfalz. Und da 77% der Förderschüler die Schule ohne allgemein bildenden Schulabschluss verlassen, kann man sich die Lehrer dort praktischerweise gleich ganz schenken. Das ist ein intelligentes und weiterhin lernfähiges Sparoptimierungsprogramm. Innerhalb der nächsten 40 Jahre könnten wir so die ersten lehrerfreien Bundesländer feiern. Der Finanzminister und Dieter Bohlen sagen: Danke.

Haben wir etwas übersehen? Ob das System auseinanderzubrechen droht, wenn Länder auf die Idee kommen sollten, den Bund ausdrücklich um Finanzhilfen zu bitten? Aber nein, zum Glück gibt es seit der Föderalismusreform von 2006 das Kooperationsverbot zwischen Land und Bund. Bei den Finanzen des Schulwesens muss der Bund draußen bleiben. Merkel hat damals wirklich schon an alles gedacht. Denn Bildungspolitik muss natürlich Chefsache... also Chefsache der jeweils zuständigen Verantwortlichen in den jeweils zuständigen Kultusministerien der jeweils zuständigen Länder sein. Schließlich sind wir eine Bildungsrepublik. Mehr Bildung geht nicht.

Mittwoch, 1. September 2010

Ein Appell gegen das Online-News-Monopol

Nehmen wir einmal drei Online-Medien-Auftritte. Taz.de, arte.tv und spiegel-online. Welches Medium hiervon hälst du für das seriöseste, für das hintergründigste, für das Medium, dessen Recherchen man gerne vertraut? Welches hältst du für das Medium, das vielleicht auch einmal hinter die Kulissen blickt, zumindest aber kritischen Journalismus zulässt, ausübt und fördert? Egal, ob die Antwort nun taz.de oder arte.tv lautet. Zumindest spiegel-online ist ganz sicher nicht die richtige Lösung. 

Wann warst du das letzte Mal auf arte.tv? Aber wann warst du das letzte Mal auf spiegel-online? Spiegel-Online hat nicht viel mit dem Spiegel zu tun, genießt aber dessen Ruf und bekommt Vorschusslorbeeren, die es in konstanter Zuverlässigkeit nicht rechtfertigt. Spiegel-Online hat eine Monopolstellung, die ungesund ist und die  die Vielfalt von Online-Medien schon heute einschränkt und weiterhin bedroht. Deshalb mein Appell: Vielleicht muss man nicht jeden Tag spiegel-online besuchen, um dort die Überschriften zu überfliegen und festzustellen, dass einmal mehr nichts Interessantes dabei ist. Denn die Artikel geben meist sowieso keine weiteren Informationen preis. Und wenn, dann nicht mehr, als man auch auf sueddeutsche.de, zeit.de oder faz.net ebenso bekommen würde. 

Und weil auch ich erst vor kurzem auf den informativen (aber in Hinsicht der Benutzfreundlichkeit doch noch verbesserungswürdigen) online arte-Auftritt aufmerksam geworden bin, hier mal ein kleiner Vorgeschmack, was einen visuell dort erwarten kann.

Eine Alternative zu dem Heute Journal oder den ZDF-Tagesthemen: Das ARTE Journal. Alle 24 Stunden neu auf arte.tv.


Und weil ich es so schön finde, lege ich kostenfrei noch die künstlerische Interpretation eines 60'er Jahre-Hits drauf. Wenn das Video nicht flüssig läuft, könnte ein Klick auf das Feld "SQ" (=small quality) helfen.