Mittwoch, 28. Januar 2009

Die Bahn kommt

... mal wieder in die negativen Schlagzeilen. Dabei wollte sie doch nur ihren großen Vorbildern folgen. LIDL schreibt schließlich konstant schwarze Zahlen und die Telekom ist sogar schon an der Börse. Von irgendwem musste sich Mehdorn doch mal inspirieren lassen. Und nun soll doch wieder alles falsch sein? Wie soll dieser Mann sich bei einer solchen Doppelmoral in der großen weiten Welt jemals einigermaßen zurechtfinden? Völlig verrückt.

Verstehen kann Mehdorn wohl auch den ganzen Traraa nicht. Wer wird denn gleich von "Spitzeläffare" und "Datenschutzskandal" reden. Da bekommt man ja den Eindruck, dass organisiert und ohne konkreten Anfangsverdacht Mitarbeiter und deren Ehepartner überprüft worden seien, zum Beispiel auf Korruption. Nun ja, dass hat die Bahn doch schon zugegeben, aber wir werden ja wohl nicht so blöd sein, auch noch die Zahl 173.000 bespitzelte Bahn-Beschäftigte zu bestätigen. Das wären ja über 70 % des 240.000 Mann starken Konzerns. Völlig verrückt.

Aber letztlich geben die Zahlen doch recht: Durch die "Babylon" getaufte Aktion sind angeblich rund "300 Auffälligkeiten entdeckt worden". Das entspricht einer sagenhaften Erfolgsquote, also satten 0,17 %. Nach solch einer Wachstumsrate würde sich so manches Land die Finger wund lecken. Wirklich wahr.

Freitag, 23. Januar 2009

Gimme the Night Fever, Night Fever...

Und mal wieder stehen wir vor einem dieser 52 Wochenenden im Jahr, die ganz im Zeichen der Diskotheken stehen. Sie sind sicherlich eines der umsatzförderlichsten Einrichtungen für junge Heranwachsende. Sie trotzten dem Verbot von Alkopops und Flatrate-Partys, das Raucherschutzgesetz verpuffte schadensfrei und sogar der Finanzkrise wurde kühl ins Gesicht gelächelt: "Du kommscht hier net rein."

Doch einen Kritikpunkt gibt es an diesen blitzelnden und funkelnden Hochburgen der Ethanol- und Schweißcocktails. Ich rede hier nicht von verfettetem und angebranntem Essen oder ameisenkolonialem Gewusel; das lässt sich bei entsprechenden Vorkehrungen problemlos überstehen. Vielmehr betrifft meine Beschwerde die sogenannte "Musik" in den "Houses". Oder noch mehr die Lautstärke. Wie soll man denn dabei vernünftig miteinander kommunizieren geschweige denn in aller Besinnlichkeit sich einen hinter die Binde gießen? Unmöglich! Doch die Lösung folgt auf dem Fuße: Silent Disco. Das hat uns noch gefehlt, das hat die Welt noch nicht gesehen. Endlich ist gewiss: Wir werden von Kummer und Leid erlöset werden. Denn die Neuheit bringt den Fortschritt.

Silent Disco bedeutet nichts anderes als: Wir setzen uns alle überdimensionale Kopfhörer auf und hören über jene die begehrten Takte, nach Wunsch sogar in unterschiedlichen Kanälen. Dann sehen wir zwar alle schön blöd aus, aber erfreuen uns gerade deshalb unserer Seelen. Und wenn wir uns den Hörer dann absetzen, dann ist es endlich besinnlich ruhig... zumindest solange man das Gekreische, Gejaule und Mitgegröle souverän übergeht.


Mittwoch, 21. Januar 2009

Das Verpuffen des Barack O.

Ich habe mich zurückgehalten. Ich habe ihm die Zeit geschenkt, um die er bat. Ich habe akzeptiert, dass wir vor "einem sehr schweren Weg stehen", der eine Weile brauchen werde. Ich habe auch verstanden, dass Barack ja bis gestern noch gar nicht richtig im Amt war. Aber jetzt ist der Bush wieder in Texas und Obama im Weißen Haus. Und was ist passiert?

Nichts! Im Nahen Osten gibt es immer noch Soldaten, die Banken schreien nach unseren Seelen und am Ende des Geldes ist viel zu viel Monat übrig. Und obwohl Obama ununterbrochen vom guten Klima spricht: Mir ist immer noch kalt, wenn ich morgens herausgehe. Mich frierts, wenn ich abends nach Hause komme. Schockgefroren, wenn ich in der Tagesschau hässliche Bundeskanzlerinnen sehe. Von wegen: Erfolg macht sexy.

Wie hieß es anno dazumal? "Change, we can believe in." Wahlkampfgewäsch! Ich glaube lieber gar nichts mehr. Die erste Ernüchterungswelle schwappt bereits über das Land. Jetzt bleibt uns nur noch das Schöntrinken. Ich bin gespannt, ob Obama wenigstens in den noch verbleibenden 3 Jahren und 364 Tagen etwas verändern kann. Prost Mahlzeit.

Montag, 19. Januar 2009

Obamania im Land der Möglichkeiten

Es ist der Messgrad aller Popstars. Was zählen schon Grammies, Goldene Schallplatten oder Teilnahmen an Dschungelcamps. Was den Promi zum wirklichen Star macht ist nicht das Sexvideo, sondern die Zahl der verfügbaren Merchandise-Artikel. Von daher hat es jetzt wohl tatsächlich niemand Geringeres als ein Schwarzer in den kosmischen Sternenhimmel geschafft: Barack Obama.

Buttons und T-Shirts vom Messias der Neuzeit gibt es ja schon seit Ewigkeiten. Aber wie wäre es denn mit einer Obama-Chilisauce, einem Obama-Engery-Drink oder dem farblich harmonierenden Obama-Kaffee? Im Sortiment gibt es auch Lippenstifte mit der Aufschrift "Ich küsse Barack", Obama-Hundemarken und das "Barack-Obama-Kindermalbuch". Ob beim Letzteren schon ein Farbmalstift ausreicht? Zur Ikone wird Barack jedoch wohl durch andere Artikel. So spielt der neue Präsident die Hauptrolle in der aktuellen Sonderausgabe des Spider-Man-Magazins. Und wie Elvis gibt es nun auch Obama für das Auto - als Obama-Wackeldackel. (Quelle: SPON)

"Verrückt!", möchte so mancher aufschreien? Mitnichten. Wer den Wahn für irreal hält, der sei daran erinnert, wie wir gesungen, getanzt und gelacht haben, als unsere Superhelden in der Blüte ihres Schaffens standen: Dieter Bohlen, Detelf D! Soost und allen voran Thorsten Schäfer-Gümbel. Wenn sie langhaarig und mit Schlaghosen die Bühne betraten, verloren auch wir zuweilen das Bewusstsein. Ich plädiere daher für ein noch breiteres Barack-Angebot:

- Obama- Bodypaints
- Barack O-Med - für strahlend weiße Zähne
- Obamas Poly-Color für das gef*te Haar - nur echt von Schwarzkopf
- Billy Barack - Für die Umwelt, gegen Nachwuchs.
- BarackBerry - Das bessere Blackberry

Mittwoch, 14. Januar 2009

Auch das noch! Läuft da was zwischen Schäfer-Gümbel und Ypsilanti?


Für die Presse wieder ein Grund für Vergleiche mit dem Weißen Haus.

Entdeckt! - Schäfer-Gümbel träge und unrasiert!


Und hier noch einmal mit Brille:


Montag, 12. Januar 2009

Gezetere auf hoher Ebene

Weltpolitik wirkt auf den Normalbürger zuweilen wie ein undurchsichtiges Konstrukt voller rätselhafter Mysterien und nebulöser Vereinbarungen. Wie schön, dass es da den aktuellen Gasstreit gibt. Die Ukraine und Russland beweisen, dass auch große Nationen den niederen Instinkten unterworfen sind. Denn im Streit zählt nichts mehr. Und was macht man als Russe, wenn man dummerweise einen Vertrag unterzeichnet hat, der die Gasversorgung für die Abnehmerstaaten sichert? Richtig, man erklärt ihn für ungültig.

Und was machen jetzt die frierenden Ukrainer? Nun, laut SPON haben die sich einfach an die Klein-Kindheit erinnert und laut gezetert: "Bäh, ihr tut doch nur so. Ihr habt doch gar kein Gas!" Dumm nur, dass den Russen das so gar nicht juckt... noch nicht. Denn wer weiß schon, wie doof der Russe aus der Wäsche gucken wird, wenn die Ukrainer erst einmal flöten: "Phü... Euer Gas wollen wir eh nicht. Wollten wir auch noch nie. Da haben wir lieber nen kalten Arsch, bevor wir was aus euren nach Vodka stinkenden Rohren in unsere Öfen packen." Hehe.

Sonntag, 11. Januar 2009

Ich bin ein Blogger - Holt mich hier raus!

Was suggeriert der Begriff "Penis-Colada"? Ein Cocktail bestehend aus diversen Penissen? Ein Cocktail abgefüllt in ein Glas von der Form eines Penisses? Oder bloß ein anderes Wort für Gruppengewusel in FSK18-Filmen? Weder noch. Aber ich möchte nicht weiter darüber reden. Bei über 6 Millionen bundesdeutschen Zuschauern werden sich die neuesten RTL-Dschungelcamp-Gerüchte sowieso baldigst herumsprechen.

Ich habe (leider?) nicht verfolgt, die wievielte Staffel Dschungelcamp nun bereits läuft. Aber es fällt doch auf, dass die Macher Sorge um ihre Quoten hatten. Denn nirgends sonst setzt das Fernsehen so subtil auf die Macht der Worte. Da trägt zum Beispiel einer der Teilnehmer den Nachnamen "Schwanz" und die Bild veröffentlicht in ihrem gedruckten Magazin Fotos von ihm, die lediglich den Schrittbereich fokussieren. Oder es muss eine gewisse Lorielle eben jenen Drink zu sich nehmen und stern.de schreibt: "Lorielle London ('Ich habe in meinem Leben so oft versagt') strafte alle Skeptiker Lügen und schluckte in der Dschungelprüfung anstandslos einen geschredderten Känguru-Penis mit Milch. Zum Beweis streckte sie die Zunge ganz weit heraus wie eine Pornodarstellerin nach dem Cumshot." Man(n) ist erregt.

Ist das Ganze Survival-Training für die Zeit nach der Finanzkrise? Eher unwarscheinlich, dass gerade der Sender von Mini Playback Show und Tutti Frutti uns retten wird. Also doch der Humor des Proletariats? Oder gar die Befreiung von den letzten Tabus, den Geißeln der Menschheit? Wahrscheinlich nur die geistlose Abendbeschäftigung des kleinen Mannes. Zumindest hoffe ich auf letzteres. Denn diesem Fernsehen möchte ich nicht auch noch eine therapeutische Wirkung zuschreiben. Heute läuft übrigens Folge 3, irgendwann abends im Privaten. Besonders Fans von Dirk Bachs Schauspielleistungen als Zauberer Pepe in der Sesamstraße sind laut RTL Herzlich Willkommen.

Samstag, 10. Januar 2009

Wieviel ist eine Freundschaft wert?

Ich bekomme gelegentlich E-Mail mit einem Inhalt wie diesem: "Prinzessin S. möchte dich als Freund hinzufügen, aber bevor wir das machen können, musst du noch bestätigen, dass ihr Freunde seid". Später heißt es dann: "Glückwunsch, ihr seid jetzt Freunde." Soll man sich jetzt freuen, feiern und die Welt wissen lassen, dass man gerade nen Neuen oder ne Neue ? ... Ich weiß ja nicht. Irgendwie erinnern mich diese E-Mails an eine Zeit vor vielen Jahren, als man auch noch Briefe schrieb: "Willst du mit mir gehen? Ja. Nein. Vielleicht."

Es stellt sich nun die Frage, ob das Wettbieten von der Anzahl der vituellen, ganaaanz gaaaaanz sicher auch reelen Freunde gesund ist. Oder ob man diesem Verhalten Einhalt gebieten soll, dass verzweifelte nächtelange Suchereien nach enfternten Bekannten oder jemals Gesehenen fördert. Und von wem erwartet man in dieser höchsten Not Erlösung? Richtig, einer Fast Food-Kette. Burger King schlägt neuerdings Nägel mit Köpfen. Beziehungsweise Freundschaften mit Leckereien.

Denn, wie SPON offenlegt, schenkt Burger King jedem Facebook-Nutzer einen Burger im Wert von 3 Dollar 69 - wenn er 10 Freundschaften kündigt. Das macht 37 Cent pro Freundschaft. Das Angebot findet begeisterten Anhang. Bereits die Hälfte der bis zu 250.000 Facebook-Kontakte, die draufgehen könnten, sind gelöscht. Aprops löschen - eben jenes werde ich ab sofort auch tun, wenn mir das nächste Mal per automatischer E-Post eine Freundschaft angeboten wird - die Scham, meinen Mitmenschen keine 37 Cent wert zu sein, möchte ich nicht erfahren. Danke für Euer Verständnis.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Ich geb Gas

Im Politikunterricht habe ich heute ein Rollenspiel vorgeschlagen, in dem wir uns in die aktuelle Situation der Tschechen hineinversetzen. Wahlweise auch spielbar in den Versionen Polen, Rumänien oder Ukraine. Und dann lese ich gerade, dass Gazprom den Spaß schon wieder beenden möchte. So ein Pech aber auch, aus der Vermarktung meiner Idee wird wohl nichts mehr.

Sonntag, 4. Januar 2009

Irgendwann möchte ich mal für einen Tag in den Kopf einer Frau schlüpfen

Wie es wohl wäre, mit einem halbwegs verlässlichen Gedächtnis zu leben? Stattdessen wird die Pizza im Ofen zum runden Schwarzbrot, vergesse ich den Kauf von Obst für meinen Obstsalat, die Spaghetti kochen ohne Wasser und in die Schule gehe ich ohne meine Unterwäsche.

Dass jedoch ein gutes Gedächtnis auch nicht immer unbedingt konstruktiv ist beweisen zuweilen die Frauen. Konkret meine ich meine Freundin. Vor ein paar Monaten war ich mit ihr Schuhe kaufen. Da brachte mich meine Freundin auf einen Gedanken, auf den ich in den bisherigen Jahren meines Lebens nie gekommen bin. Es ging um die Farbe meiner zukünftigen Schuhe. Und wie die Frauen behaupten, könnten sich Farben ja "stechen". Also fragte sie:
"Was hast du denn für Hosen?" Ich schaute sie verdutzt an.
"Die, die ich anhabe und die Dunkle."
Ich blickte durch die glasigen Augen eines Menschen, der verständnislos wie ein toter Fisch dreinschaute... BLUB. BLUB. BLUBBLUB. Wir haben dann schwarze Schuhe gekauft.

Monate später nun, am Tage meiner Abreise zu einem zehntägigen Urlaub, lagen wir verschlängelt wie eine Zimtschnecke auf ihrem Bett. Irgendwann kam sie ins Grübeln. Regunglos wie ein Siebenschläfer in der Blüte seines Schaffens blickte sie mich eine Weile an. Dann, ganz bedächtig, fing sie wieder zu sprechen an:
"Duhuu, wie machst du das eigentlich, wenn du so lange weg bist? Du meintest doch mal, du hättest nur zwei Hosen."

Kein Kommentar. So bleibe ich denn lieber ein zerstreuter Mann mit einem übersichtlichen Kleiderschrank. Warum auch mehr besitzen? Nach zwei Tagen weiß ich eh nicht mehr, dass mir da ein Besoffener ans Bein gepinkelt hat. Und frisch ist immer, wie frisch man sich fühlt.

Samstag, 3. Januar 2009

Über neue Jahre und alte Häuser

Wünsche allen einen guten Rutsch und ein schönes Feuerwerk gehabt zu haben.
So ein Jahreswechsel verlockt ja manchmal zu geradezu utopisch anmutenden "guten" Vorsätzen. Viele böse Menschen nehmen sich dann vor, die Wirtschaft zu untergraben und in Zukunft nicht mehr jährlich einen dreistelligen Eurobetrag in blaue Rauchkringel zu verwandeln - eigentlich ein ganz netter Zaubertrick.

Aber jeder Zaubertrick ist irgendwann einmal enthüllt. Folglich wurde den so genannten "Rauchern" in den letzten Jahren immer weniger Ehrfurcht entgegengebracht, besonders schwangeren Frauen wurde in Erinnerung an die frühere Hexenjagd die Zauberei moralisch untersagt. Für 2009 rechnet man mit noch weniger lustigen Kringeln, an denen sich vor allem Kinderherzen regelmäßig erfreuen konnten. Bleibt doch nur zu hoffen, dass die Konsumgutscheine in Form von Zigaretten ausgegeben werden - für ein kinderfreundliches Deutschland!

Ich habe mir im Übrigen auch zwei gute Vorsätze gemacht. Erstens will ich meinen Lesern treu bleiben und zweitens nie wieder böse Witze machen. Mal sehen, ob es klappt. Außerdem wollte ich noch einmal beruhigen: Keine Sorge, auch nach meinem Ski-Urlaub geht es mit sehr gut. Obwohl ich auch ganz schön erschreckt war. Zum Glück bin ich keine 41-jährige slowakische Mutter von vier Kindern.