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Freitag, 23. Oktober 2009

Penis-Fetisch

Was sind schon Mercedes, Porsche, Ferrari - RussoBaltique ist die wahre Marke der Luxus-Tradition. Seit 1909 stellt der russische Automobilhersteller gepanzerte Sicherheitsfahrzeuge her, in denen es sich auch schon Zar Nikolaus II., Lenin und Trotzki gemütlich machten. Die Wiederauferstehung dieser Marke bringt nun allerdings Autos einer ganz neuen Kategorie zutage.

Denn ab April 2010 soll das teuerste und protzigste SUV der Welt im Handel erhältlich sein, der Dartz Prombron Monaco Red Diamond Edition.Von lästigen Details möchte ich euch verschonen, doch ein paar der Dinge, die man schließlich für rund 1,1 Millionen Euro bekommen soll, müssen einfach genannt werden:
- vergoldete, kugelsichere Scheiben
- Weißgoldüberzüge, Rubinen- und Diamantenverzierungen, wohin das Auge reicht
- drei Flaschen eines der, wenn nicht des teuersten russischen Vodkas - perfekt zum abendlichen Autoausflug

und last but not least:
- Walpenisleder interieur. Also wirklich überall. Besonders am Lenkrad ist es besonders weich und angenehm anzufassen. Laut Hersteller.
(Quellen: motor-talk.de, bild.de)


Aber warum macht man so etwas? Weich anzufassen wäre auch Marasas Fell. Warum nutzt man nicht das für das (zukünftige) Auto der russischen Prolls? Zur Beantwortung dieser Frage versuchte ich zunächst einmal, mir solch einen Penis vorzustellen, der bis zu 2,50 Meter groß werden soll... und scheiterte erbärmlich. Also hielt ich fest: Dahinter muss schlicht und ergreifend ein Penis-Fetisch stecken! Dachte ich mir so und meine Recherche ergab Interessantes.

Tatsächlich gibt es in Island nicht nur ein Phallusmuseum, sondern darf man auf dessen Homepage sogar den Klängen des deutschsprachigen Pe-Pe-Penismuseum-Songs lauschen (Achtung: Ohrwurm-Gefahr!!). Im Museum selber gibt es dann laut eigener Beschreibung "55 Exemplare von 17 Waalarten, 1 Exemplar von einem Bären, 36 Exemplare von 7 Robben- und Walroßarten und 115 Exemplare von 20 Arten der Landsäugetiere. (...) Dazu gibt es ein Versprechen für 4 Exemplare des Homo Sapiens und [das] ist testamentarisch bestätigt."

Nun, dann gibt es ja keinen Grund mehr, den Urlaub auf Island zu verschieben. Da ich weiter auf den Philippinen verweile, dürfen die in Deutschland Gebliebenen ausnahmsweise auch mal ohne mich los ziehen. Viel Spaß! - ist das ein angemessener Wunsch an dieser Stelle? Ach, Lasst euch einfach inspirieren!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Kraft! Wozu Freude?

Da gab es laut BILD einen kleinen Streit in Thailand um unten stehende Werbung für ein Wachsfigurenkabinett. Und das nutze ich jetzt einfach mal für ein intensives Update zu meiner "Kleine[n] Ethikkunde". Denn das Verhältnis der Filipinos zu Eroberern und Diktatoren ist -aus meiner Sicht- zumindest ungewohnt.


Dazu zunächst einen kurzen vereinfachten Überblick über die Geschichte der Philippinen:
- 1565 bis 1898: Spanische Kronkolonie (einhergehende Christianisierung; Ursprung für den bis heute stark ausgelebten Katholizismus)
- April bis August 1898: Spanisch-Amerikanischer Krieg (u.a.) auf philippinischem Territorium. Die zur gleichen Zeit stattfindende Philippinische Revolution führt am 12. Juni '98 zur philippinischen Unabhängigkeitserklärung, die jedoch von der neuen Kolonialmacht, den USA, nicht anerkannt wird. Es folgt:
- 1899- 1902: Philippinisch-Amerikanischer Krieg. Fazit dieser Zeit: Etwa eine Million Filipinos (20% der damaligen Bevölkerung) sterben, dazu vergleichsweise bescheidene 4.000 Amerikaner. Die Philippinen stehen bis 1941 fortan unter US-amerikanischer Verwaltung.
- 1941: Die Japaner erobern die Philippinen und sind während ihrer Gewaltherrschaft Ursache etlicher zerstörter Städte und Millionen toter Filipinos.
- 1945/46: Zum Ende des zweiten Weltkrieges erobern die US-Amerikaner die Philippinen zurück, entlassen sie 1946 formal in die Unabhängigkeit, sichern sich jedoch auf Jahrzehnte wirtschaftliche Sonderrechte und militärische Stützpunkte auf den Philippinen.
- 1965 bis 1986: US-amerikanisch unterstützte Diktatur unter Ferdinand Marcos. "Gleichschaltung" der Medien, Repressalien gegen Oppositionelle oder ganze Landstriche, etliche politische Morde, Kriegsrecht unter Marcos von 1972 - 1981, massive Verschuldung des Landes. Um nur einige Stichwörter zu geben.
Der enorme Volkswiderstand, Massendemonstrationen und die Seiten wechselnde Militäreinheiten stürzten Marcos letztlich, der von den US-Amerikanern in Sicherheit und nach Hawaii ins Exil gebracht wurde.
(Quellen: Wikipedia.de; payer.de)


Und wie gehen die Filipinos mit dieser Geschichte heute um? Nun, zunächst einmal verehren sie alles Amerikanische. Sie träumen vom Vorbild USA, ihren Festen, ihrem Essen, sie lieben Basketball und hören Hip Hop. Amerikanisch sein ist cool sein.
Vielleicht verständlich aufgrund der "Rettung" vor den Japanern, in Anbetracht der Jahrzehnte zuvor und vor allem des Philippinisch-Amerikanischen Krieges aber dennoch zumindest mit einem faden Beigeschmack.

Dann zu Marcos. Man weiß zwar sehr wohl, dass er viel Unglück über das Land gebracht hat, dennoch besucht man zum Beispiel voller Ehrfurcht den Santo Niño Shrine in (unserer großen Nachbarstadt) Tacloban City, eine der vielen Residenzen Marcos, die er seiner Frau hat bauen lassen. Außerdem habe ich mich in einem Interview mit unserer Arbeitskollegin Julie kurzzeitig an Eva Hermann zurück erinnert gefühlt. Es sei ja nicht alles schlecht gewesen, er habe auch schöne Gebäude und Kulturzentren errichtet... Einschränkend gab sie allerdings auch zu, dass die dunklen Seiten überwiegen würden und dass der Schrecken Marcos insbesondere in der Region Tacloban nicht so deutlich geworden wäre wie in anderen Gegenden.

Und zu guter letzt noch einmal zu Hitler. Es passiert zwar eigentlich ziemlich selten, dass wir als Deutsche sofort mit Hitler in Verbindung gebracht werden, aber Fragen wie, wo man denn sein Grab oder (wie den Santo Niño Shrine) seine Paläste bewundern könne, irritieren schon manchmal. Als ich erklärte, dass wir niemals auf die Idee kämen, einen öffentlichen Grabplatz zu errichten, waren die Augen groß und das "Warum nicht?" umso größer. Am vernünftigsten fand ich die mir einmal gestellte Frage: "Ist Hitler bei euch nun eigentlich ein Held?", weil damit das sonst oft nur unterschwellig mitklingende überhaupt erst einmal in Frage gestellt wurde.

Wiederum im Interview mit Julie (21) erfuhr ich etwas darüber, was ihr in der Schule gelehrt wurde. So habe Hitler ohne Zweifel unmenschliche und unverzeihliche Dinge getan. In einem anderen Satz erklärte sie mir aber auch, dass der Lehrer ihr in einem persönlichen Gespräch gesagt habe, die Existenz der Juden auf unserem Planeten sei "unfair", weil sie in der Gunst Gottes höher stünden als andere Menschen (was klar werden würde aufgrund der Bibel). Schwieriges Thema. Letztlich dominiert hier trotz allem wohl die Unwissenheit.

Unser Fazit (von mir und einem anderen Freiwilligen): Eroberer wie die Amerikaner, Menschen wie Marcos und Hitler werden nicht aufgrund ihrer Taten bewundert, aber es wird anerkannt, dass sie charismatische Führer gewesen seien, dass sie überhaupt es nach oben geschafft hätten und sie Menschen überzeugen und begeistern konnten. Darum geht es.
Dass sie letztlich doch alle viel Mist gebaut haben, steht auf einem anderen Blatt. Aber im gewissen Sinne haben sie einen beachtenswerten Aufstieg, eine respektable Leistung vollbracht. Das mag wohl alles schwierig zu trennen sein, in der Sache ist es jedoch verständlich, wenn auch nicht immer nachvollziehbar.

(Zum Wortunterschied im letzten Satz: Verstehen wird in der Wissenschaftsgeschichte primär als Sprachverstehen begriffen. Sinn machen muss da für den "Verstehenden" erst einmal noch nichts. Das ist erst beim Nachvollziehen der Fall.)

Dienstag, 30. Juni 2009

Treue oder: Teure Fans?

Ein kleines "r" macht hier den Unterschied, der manchmal so groß nicht ist. Musste nun laut SPON zumindest Frauenschwarm Leonardo "Keiner-streckt-die-Arme-länger-als-ich" DiCaprio feststellen. Dem wurden in Japan die vor einem Tempel abgelegten Schuhe geklaut - von Fans, denen er zuvor den Wunsch nach einem Foto mit ihm nicht erfüllte.

Da bleibt für die finanzielle Elite, jedoch oft geistiges Prekariat, nur die Hoffnung, dass daraus kein neuer Modetrend wird. Denn was gäbe es an kurzzeitig abgelegenen Wertgegenständen nicht alles mitzunehmen! Da wären Tommy Gottschalks Toupet, Merkels Brustimplantate und nicht zuletzt Michael Jacksons Nase. (Ach verdammt, so ein dämlicher Tod und schon sind die alten Witze nur noch zweiter Klasse.)
Bevor mir jetzt noch Klagen von Jackos Fans und Verwandten ins Haus flattern, reicht das jetzt auch erst einmal für heute.

Sonntag, 14. Juni 2009

Pech mit den Genen

Tatort-Kommissar Axel Prahl (1,65m) bestätigte der Bild, dass kleine Männer gut im Bett seien. Da habe ich mich dann schon mächtig geärgert, dass ich in den letzten Jahren doch noch einen ordentlichen Schub nach oben gemacht habe. Bin ich dadurch ein schlechterer Liebhaber geworden? Selbstzweifel, Angst, der Wunsch, dann lieber das Geschlecht zu wechseln; all dies machte sich schlagartig in mir breit.

Dann grübelte ich weiter. Ist Axel Prahl vielleicht doch nur ein einfacher Macho? Nein, das kann er sich als Hauptkommissar doch gar nicht leisten! Ein Kommissar muss vor seinen Aussagen gründlichst recherchieren. Also ist der vierfache Familienvater... ich mag gar nicht dran denken... etwa doch schwul? Es kommt wahrscheinlich darauf an. Wenn er nur aus rein wissenschaftlichen Zwecken und unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften seine Versuche durchführte, dann kann man daraus doch keine Ableitung auf seine sexuellen Bedürfnisse bilden. Oder?

Mittwoch, 13. Mai 2009

Weiße Weste

Schlimm ist das, wenn man für sein Verhalten verantwortlich ist. Mit sechs, mit 14, mit 18 Jahren, ständig fallen Grenzen, die einen wünschen lassen, in Zukunft doch etwas gemächlicher zu altern. Umso beruhigender wirkt es da, wenn man erfahren darf, dass man selbst vielleicht doch nicht an allen Fehlern schuld ist.

- Kein Abitur? "Meine Eltern entstammen der Arbeiterschicht, aus der kommt man nicht nach oben.""
- Keine Hausaufgaben? "Wenn ich in Skandinavien leben würde, hätte ich sie natürlich gekonnt."
- Jugendliches Komasaufen? "Die Werbung machts möglich." (wie die sueddeutsche veröffentlicht)

Es lebe die Wissenschaft. Nie um eine Ausrede verlegen; so kommt man dann doch stets leicht locker und fluffig durchs Leben. Und für den Fall, dass auch das nicht mehr das höchste Ziel ist: Laut Studien steigt die Gefahr eines Suizids mit der Menge der Selbstmorde im näheren und ferneren Bekanntenkreis. Vor Petrus heißt es dann:
"Ich konnte leider nicht anders- sie war doch noch so jung und meine Inspiration."
"Es war doch nur die Katze der Tante der Bekannten deines Erzfeindes."
"Trotzdem."
"Naja, hüpf schon rein. Aber bleib mit dem Auge nicht wieder am Nagel hängen. "

Tja, auch Petrus hat Humor. Und wenn man den ganzen Tag in dieser Branche arbeitet, dann sicherlich einen etwas eigenwilligen.

Montag, 4. Mai 2009

Was zum galaktischen Teufel... ?

Das muss man erst einmal schaffen. Bereits seit 12 Jahren werden all ihre Tätigkeiten penibel protokolliert. Denn schon so lange steht die Scientology-Kirche unter Beobachtung unseres Verfassungsschutzes. Richtige Entscheidung. Wer Katie Holmes und Tom Cruise im Boot hat, ist schon sehr verdächtig (dämlich).

"Aber was soll denn so schlimm sein an dieser 'Neuen Religiösen Bewegung?'", mag vielleicht so mancher unbedacht zu denken geben. Okay, wozu gibt es schließlich den poetry-rock-blog.

Scientology wurde 1954 vom Science-Fiction-Autoren L. Ron Hubbard gegründet, der seine Ideen offensichtlich um jeden Preis publizieren wollte. Er scharte Menschen um sich in dem Bestreben, sie glücklich zu machen. Das Geheimnis seiner Lehre wurde nur den Obersten offenbart. Aber selbst das bestgehüteste Geheimnis wird einmal von zu lauten Mündern nach draußen getragen. Es handelt sich um die ultimative Wahrheit der menschlichen Existenz, die nur Scientologen erfahren, die den höchsten Meisterrang erreichen konnten - ein Prozedere, das allein für Schulungen rund 277.000 Dollar kostet. Soviel von wegen: Geld stinkt nicht, liebe Vorsitzende der selbsternannten "Kirche".

Die Wahrheit lautet: Vor 75 Millionen Jahren stand der böse Lord Xenu vor einem Problem. Aufgrund der galaktischen Überbevölkerung ermordete er unzählige Außerirdische und warf sie in die Vulkane der Erde. Die Seelen, die nun zurück nach Hause kehren wollten, fing Lord Xenu ein und trichterte ihnen in einem Prozess der Gehirnwäsche etliche "verrückte" Religionen bei (Christentum, Buddhismus, Islam, etc.). Die nun ziellosen und konfusen Seelen irren seitdem durch die Erde und wandern in die Körper der Menschen. (1)
Ergebnis: Die gebeutelten Seelen der ermordeten Außerirdischen sind die Ursache aller menschlichen Ängste, unserer Irritationen und aller unserer Probleme.

Jetzt bin ich ganz schön erschöpft von der vielen Wahrheit. In Deutschland sind laut staatlichen Quellen übrigens um die 5.000 Menschen auf dem Weg zu dieser, nun ja, wagen Theorie, die so abwegig erscheint, dass sie gar nicht ausgedacht sein kann. Wo gibts hier die nächste Anmeldestelle?

Eine von diversen Quellen: (1) GWUP

Samstag, 4. April 2009

Heute schon beLIDLt worden?

Es ist ja irgendwie beruhigend zu erfahren, dass es selbst in unseren schnelllebigen Zeiten doch noch gewisse Konstanten gibt. So haben die Bayern trotz ihrer schlechtesten Saison seit Ewigkeiten immer noch beste Meisterchancen, die BILD betreibt weiterhin den unseriösesten Journalismus (obwohl der Bildblog nun auch die restliche Medienwelt unters Messer nehmen will/wird) und LIDL bleibt der Garant für Datenschutzskandale. Ja, es ist nun gewiss: LIDL sorgte sich sogar und wohl immer noch intensiv um die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer.

Wie SPON berichtet, habe man zufällig im Mülleimer einer Bochumer Waschanlage (sic!) rund 300 Seiten interner Unterlagen über mehr als 600 Verkäufer/innen gefunden. Dazu gab es gratis unter anderem: Namen, Telefonnummern, Personalnummern, Gehaltslisten, Arbeitszeugnisse. Und vor allem Informationen über die Ausfälle von Mitarbeitern und dem warum. Grippe, Rückenleiden und Bluthochdruck, alles ist sauber dokumentiert. Besonders bizarr Einträge wie der Folgende: "Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert". Dann mal viel Spaß mit dem Vorgesetzten. Monatlich werden diese Listen weitergeleitet.

Für LIDL gibt es also offenbar, selbst nach dem großen Aufschrei im Januar 2008, keinen Grund, die Firmenphilosophie nachhaltig zu verändern. Letztlich müssen wir, der Kunde entscheiden, ob er ein solches Verhalten weiterhin tolerieren möchte. Oder ob wir mehr dieser Musterdokumente sehen möchten, die sämtlichen Filialen zur Verfügung stehen: "Krankenstand_2.xls". Mein neues Wort für ausspitzeln lautet ab sofort auf jeden Fall ausLIDLn.

Montag, 23. Februar 2009

Wie die Welt Hilter zu verstehen lernt

Jede Kultur hat so ihre Art, die Vergangenheit des Nationalsozialismus zu verarbeiten. Wir zum Beispiel haben Schule, Maybrit Illner und ab heute auch noch den Oskar-prämierten Kurzfilm "Spielzeugland".

Doch die Briten haben nun deutlich angemessener den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie schafften es nämlich als allererste, dem Organismus Hitler tatsächlich näher zu kommen. Denn Hitler war definitiv kein Mensch, sondern -und das wird umso deutlicher, je intensiver man seine Schriften liest- auf dem geistigen Niveau einer Katze. Was liegt also näher als auch die optischen Gemeinsamkeiten mit dem süßen Stubentiger zu unterstreichen. Die possierlichen Tierchen auf der Seite catsthatlooklikehitler.com heißen folgerichtig auch nicht kitten (dt.: Kätzchen) oder Hitlers, sondern Kitlers. Und die riesige Fangemeinschaft, die sich entwickelt hat, kann beruhigenderweise auch wenig mit der Utopie der Welteroberung anfangen.

Donnerstag, 19. Februar 2009

You are so sexy

Als uns im Unterricht der Umgang mit Kondomen gelehrt wurde, bekam ich zum ersten Mal so richtig Lust auf Sex. Mit zehn hatte ich also mein erstes Mal und ab elf Jahren trieb ich es mit täglich wechselnden Partnern und Partnerinnen und in Gruppen von mindestens fünf Personen. Das alles suggeriert zumindest die extreme christliche Rechte der USA.

Ganz klar also, dass an Schulen die Aufklärung über Präservative streng verpönt ist Und versucht wird, den Jugendlichen mit allen Mitteln die Lust an der Liebe zu nehmen. So bekamen Schulen unter Bush eine finanzielle Förderung nur dann, wenn die die Jungfäulichkeit propagierten. 100 Millionen Dollar gab die Regierung beispielsweise für die "Just wait!"-Kampagne aus und Sprüche wie "VIRGIN. Teach your kid it's not a dirty word." zieren sogar die Highways.

Ich persönlich find's ja klasse. Müssten doch sogar die Altfernhäutchen wissen, dass Jugendliche nur allzu gerne und allzu leidenschaftlich ihre Rebellionsphase gegen alles von oben Unerwünschte ausleben. Oder sollte man besser sagen: auslieben? Studien belegen, dass der Sexualkundeunterricht an Schulen im Bezug auf die Sexhäufigkeit nichts ändert. Nur benutzen Unaufgeklärte seltener Kondome dabei. Die Folgen durfte die 17-jährige Tochter der Erzkonservativen Sarah Palin gebären. Und in Großbritanien dürfen sich jetzt diverse Jungs im Alter von 13 bis 15 um ein Neugeborenes prügeln. Welch ein Erfolg der Kirche. Glückwunsch, so wird es zumindest mit der Arterhaltung des Menschen etwas.
Quellen: Zeit Online, SPON

Samstag, 3. Januar 2009

Über neue Jahre und alte Häuser

Wünsche allen einen guten Rutsch und ein schönes Feuerwerk gehabt zu haben.
So ein Jahreswechsel verlockt ja manchmal zu geradezu utopisch anmutenden "guten" Vorsätzen. Viele böse Menschen nehmen sich dann vor, die Wirtschaft zu untergraben und in Zukunft nicht mehr jährlich einen dreistelligen Eurobetrag in blaue Rauchkringel zu verwandeln - eigentlich ein ganz netter Zaubertrick.

Aber jeder Zaubertrick ist irgendwann einmal enthüllt. Folglich wurde den so genannten "Rauchern" in den letzten Jahren immer weniger Ehrfurcht entgegengebracht, besonders schwangeren Frauen wurde in Erinnerung an die frühere Hexenjagd die Zauberei moralisch untersagt. Für 2009 rechnet man mit noch weniger lustigen Kringeln, an denen sich vor allem Kinderherzen regelmäßig erfreuen konnten. Bleibt doch nur zu hoffen, dass die Konsumgutscheine in Form von Zigaretten ausgegeben werden - für ein kinderfreundliches Deutschland!

Ich habe mir im Übrigen auch zwei gute Vorsätze gemacht. Erstens will ich meinen Lesern treu bleiben und zweitens nie wieder böse Witze machen. Mal sehen, ob es klappt. Außerdem wollte ich noch einmal beruhigen: Keine Sorge, auch nach meinem Ski-Urlaub geht es mit sehr gut. Obwohl ich auch ganz schön erschreckt war. Zum Glück bin ich keine 41-jährige slowakische Mutter von vier Kindern.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Jetzt wirds mal wieder richtig flüssig

Der Begriff Humor kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Flüssigkeit. In Anbetracht dieses Umstandes erlangen die geflügelten Worte "Ich bin zurzeit nicht flüssig" oder "Ich werd mich mal flüssig machen" eine ganz neue Bedeutung.

Doch wirklich erschreckt hat mich ein anderer Gedanke. Wollen scheinbar Todesfrustierte, sich selbst Bemitleidende und ewig Zweifelnde mit ihrem "Ich bin total überflüssig" etwa doch nicht ihren Lebensunmut kundtun? Sondern uns im Gegenteil nur weißmachen, dass sie mega-witzig seien und wir ihren Humor nicht verstünden? Welch feine Umschreibung der Wortkünstler für ihre Arroganz, die letzlich und langfristig doch wieder zu wirklicher Verbitterung führen wird. Aber dann haben sie sie verdient, diese Freunde des vereisten Katzenjammers. Phü.