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Donnerstag, 18. März 2010

Eilmeldung

Da hatte ich doch ganz vergessen, meinem Post vom 15. März eine wichtige Information hinzuzufügen:

Die junge Katze kackt nicht selbständig. Nicht einmal das Urinieren geht von selbst. Eher platzt so ein junges Ding. Erschreckend! Erschreckend auch, dass deshalb die Katzenmutter dem kleinen Ding am Hintern leckt/ lecken muss, damit es sein Geschäft erledigt. Was aber nun, wo die Katzenmutter nicht da ist? Na, da muss sich halt der menschliche Vater (=Lasse) auftun, der Katze sanft am Hintern zu streicheln. Schön.

Nicht ganz so schön dagegen: Das junge Ding, bei dem gestern Abend zum ersten Mal über den Namen debattiert wurde ("Was heißt Streuner auf Englisch?" - "Strayer." - "Ja, so nennen wir es." - "Nein, lass es Slayer nennen" - "Nein, Satan" - "..." - "Mmh, aber nur, wenn keine Filipinos in der Nähe sind. Sonst Slayer. Nein, Strayer."- "Mmh.") ist in der vergangenen Nacht verstorben. 

Wir trauern um ein rund zwei Wochen junges Kätzchen, das nach rund einer Woche (aus unerfindlichen Gründen) seine Mutter verloren hatte und das vermutlich Satan oder Slayer genannt worden wäre. Da kann ich voll verstehen, dass es dann doch lieber vorher abgedankt hat.

Montag, 15. März 2010

Das Ding mit den zwei Augen

Seit wir auf den Philippinen sind, seit über sechs Monaten nun schon sehnt sich mein Mitbewohner sehnsüchtig nach einer Muschi. Und nun hat er sie endlich. Wahlweise hätte es auch ein junger Pudel sein können. Aber das Schicksal wollte es anders. Und spülte uns praktisch vor unsere Haustür ein rund sieben Tage altes, wehleidig aufheulendes Kätzchen an.

Das kleine Ding heult jedoch nicht nur auf der Straße, sondern seit ein paar Tagen auch Haus und Büro die Ohren voll. Verwahrt in einer mit Tüchern ausgestatteten Pappbox tut das Kätzchen zwar die meiste Zeit das, was ich gerade so noch tolerieren kann: Schlafen. Doch Schreien ist direkt seine Zweitlieblingsbeschäftigung. Dicht gefolgt von lauter und höher kreischen und  dem Kratzen an der Box. Und Nachtruhe kennt das Wesen auch nicht. Ich dachte immer, ich sei kinderlieb. Aber das, was davor ist? Unter diesen Umständen möchte ich keine Kinder. Kann man die Babyphase nicht irgendwie überspringen?

Wie dem auch sei, Lasse hat die Nerven. Eigentlich ist das Ding zu jung für eine Trennung von der Mutter, doch Herr Ziehvater macht sich gut. Er recherchierte und kümmerte sich trotz der skeptischen Forengemeinschaft liebevoll, kaufte sogar ein Fläschchen und spezielles Milchpulver. Mittlerweile hat das Kätzchen beide Augen geöffnet und man darf/ muss langsam mit dem Überleben des Findlings rechnen. Lasse erwähnte gestern Abend bereits, man müsse sich nun mal einen Namen ausdenken. Vielleicht gibt es ja ein poetry-rock-blog-Leser mit guten Ideen. Ein paar Fotos gibt es zur Anregung frei Haus.



Donnerstag, 11. März 2010

Marasa lebt!

Zusammen auf einer Insel mit Elvis und Michael Jackson.

Spaß beiseite, Marasa (siehe 1, 2) lebt tatsächlich. Heute kam der Büro-Haushälter mit dem stolzen Hahn zu uns, den wir schon längst unter den Toten vermutet hatten. So kann man sich täuschen. Und was haben wir uns gefreut. Zwar ist Marasa ein wenig gewachsen seit der letzten Begegnung. Und er ist nicht mehr gelb. Aber dafür hat er ganz die Farbe seiner kurzzeitigen Herrchen (nämlich von uns) angenommen. Marasa ist weiß wie ein Engel.
Und da er also sogar schon optische Ähnlichkeiten mit mir hat, habe ich dann auch vorgeschlagen, der Hahn könne doch Edel-Zuchthahn werden. Eine Antwort steht aus.

Dienstag, 23. Februar 2010

Gecko vs. Mensch

Ich bin ein großer Freund von Tierbeobachtungen. Und davon, das Verhalten der Tiere auf das von Menschen zu projizieren. Ich glaube durchaus, da können wir manchmal sogar noch was von lernen. Manchmal bin ich mir da aber auch nicht ganz so sicher.

Wie ich gerade darauf komme? Nun, gestern Abend fand ich mal wieder ein wenig Zeit zur Tierbeobachtung. Es war bereits dunkel und außen an unserem Haus brannte Licht. Dementsprechend flogen auch dicke Brummer herum, die wiederum drei Geckos angelockt hatten. Ein Vergleich zum männlichen Brunftkampf liegt nahe. Schließlich wollen auch wir die heißen Brummer lieber jetzt als gleich vernaschen. Das stellte sich für die Geckos aber als nicht ganz so einfach heraus, wild tänzelte ihre bevorzugte Beute um das Licht und schien mehr miteinander als mit ihren kleinen Kavalieren beschäftigt zu sein.

Die Geckos starteten einige Annäherungsversuche, letztlich mussten sie aber einsehen, dass ihre Beute doch eine Nummer zu groß für sie war. Zwei von drei Geckos fanden dann jedoch recht bald eine- wenn auch kleinere- Alternative und schienen zufrieden mit ihrem Mahl zu sein. 66 % der Männer hatten also Erfolg- zwar nicht direkt bei Number One- aber damit konnten sie leben. Eine Quote, die durchaus realistisch zu sein scheint. Wohingegen ein Drittel sozusagen ungefickt blieb. So weit, so gut.

Nun ist diese Geschichte aber noch nicht ganz zu Ende, es gibt ein Nachspiel. Der verbliebene „ungefickte“ Gecko schien das Ganze nicht so auf sich beruhen lassen zu wollen und wurde langsam nervös. Nun krabbelte er nacheinander hinter seine Gefährten und biss beiden in ihren Schwanz. 
Nanu?, dachte ich mir, nur weil einer ungefickt bleibt, soll er mir nicht gleich in den Schwanz beißen. Sahen auch die anderen beiden Geckos sah und positionierten sich ein wenig weiter abseits. Aber was heißt dieses Verhalten denn jetzt wiederum für den Menschen? Ich habe zwei Theorien aufgestellt:

Die Erste: Männer, die keine Beute abbekommen, beißen bevorzugt in Schwänze. Das ist nun aber eine ziemlich schwulenfeindliche Theorie und sie deckt sich tatsächlichlicherweise auch nicht mit meinen weiteren Beobachtungen.

Die zweite Theorie ist Folgende: Das in-den-Schwanz-beißen gehört immer noch zum Brunftkampf, es verleiht dem Beißenden Männlichkeit und macht ihn aggressiver, siegeshungriger. Denn was musste ich dann mitansehen? Da schaffte es der dritte Gecko tatsächlich kurz danach, einen der dicken Brummer zu erwischen, der so dick war, dass der Gecko Mühe hatte und einige Zeit brauchte, bis der das Flügeltier "vernaschen" konnte.

Fazit: Der ungefickte Gecko beißt seinen Kollegen in den Schwanz und kriegt danach den größten von allen Brummern ab. Was lernen wir daraus? Auf den Menschen bezogen? Nun, ich erwähnte es ja bereits eingangs: Manchmal bin ich nicht ganz so sicher, ob wir wirklich aus der Tierwelt lernen sollten.

Mittwoch, 25. November 2009

Last but not least: Marasa

Es gab viele Nachfragen in den letzten Wochen bezüglich unseres Haushühnchens Marasa. Eine Aktualisierung war deswegen schon längst fällig. Viel Spaß mit dem Video.


So ist halt das Leben. Dabei wissen wir nicht einmal, ob es wirklich tot ist. Es ist nur einfach nicht mehr da. Von einem Auto überfahren, einer Katze verspeist oder  -und das ist am wahrscheinlichsten- es wurde tatsächlich abgegeben, damit sich jemand um Marasa kümmert, der etwas mehr Platz für das heranwachsende Huhn hat.

Vielleicht wird es ja jetzt zum Kampfhahn konditioniert. Dann könnte es uns später zumindest noch einmal eine große Show liefern. Bis dahin ist es für uns aber gestorben. Getreu dem Motto: Aus dem Auge, aus dem Sinn. Die Möglichkeit, es wirklich kennen zu lernen, wurde uns vom Schicksal leider verwehrt.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

3 Minuten wahrer Liebe

Unser kleines Haushühnchen Marasa habe ich schon am 07. Oktober zur Quotensteigerung meines Blogs missbraucht, so sehr bin ich schon auf das Klischee "süüüüße Tiere" angewiesen. Aber um ehrlich zu sein: Kein Klischee, unser Hühnchen ist schon echt verdammt knuffig. Also war für mich auch klar, dass es ein Video gewidmet bekommen sollte...



Das Wort "marasa" entstammt übrigens dem hier gesprochenen Dialekt Waray-Waray und bedeutet "lecker". Dieser Name für unser kleines gelbes Glückshuhn hatte sich nur knapp vor "Plucked & Fried" und "KFC" durchgesetzt.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Veränderung Nummer Eins

Natürlich hat man mir gesagt, dass die Philippinen mich verändern werden. Ich habe sogar hin und wieder versucht, dem ganzen Glauben zu schenken. Dass das aber so schnell gehen kann, hat mich dann am Samstag schon überrascht. Ich war in heiterer Gesellschaft auf einem Schulfest von Filipinas umgeben, besonders eng von der allerherzlieblichsten Julie (gesprochen: Dschüljenn), meiner Arbeitskollegen, 21 Jahre alt und ebenfalls Volontärin.

Es begann alles ganz harmlos. Wir schlenderten über die kirmesartige Anlage, ich faszinierte mich voll und ganz von dem vorhandenen Fußballplatz - eine Rarität in dem absolut Basketball-fanatischen Land, in dem sonst eigentlich nur noch Volleyball eine größere Rolle spielt- und Julie fand den Mut, sich das erste Mal auf ein Pferd zu setzen.

Doch schließlich landeten wir bei einem Mann an einem Ort, den ich in Deutschland immer gemieden hätte. Aber auf den Philippinen ist alles anders, dachte ich mir und es kam mir so unwirklich vor, schon allein, weil ich bei der Hitze niemals voll bei Sinnen sein konnte und Julie mich auf Englisch einschwor. Ich lehnte zunächst ab, aber der Gecko reizte mich letztlich doch irgendwie. Schließlich ist der doch typisch filipinisch, an jeder Hausdecke in jedem Haus an jeder Ecke schwirren sie herum. Und nun auch noch für den Rest meines Lebens an meinem linken Oberarm.


Montag, 23. Februar 2009

Wie die Welt Hilter zu verstehen lernt

Jede Kultur hat so ihre Art, die Vergangenheit des Nationalsozialismus zu verarbeiten. Wir zum Beispiel haben Schule, Maybrit Illner und ab heute auch noch den Oskar-prämierten Kurzfilm "Spielzeugland".

Doch die Briten haben nun deutlich angemessener den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie schafften es nämlich als allererste, dem Organismus Hitler tatsächlich näher zu kommen. Denn Hitler war definitiv kein Mensch, sondern -und das wird umso deutlicher, je intensiver man seine Schriften liest- auf dem geistigen Niveau einer Katze. Was liegt also näher als auch die optischen Gemeinsamkeiten mit dem süßen Stubentiger zu unterstreichen. Die possierlichen Tierchen auf der Seite catsthatlooklikehitler.com heißen folgerichtig auch nicht kitten (dt.: Kätzchen) oder Hitlers, sondern Kitlers. Und die riesige Fangemeinschaft, die sich entwickelt hat, kann beruhigenderweise auch wenig mit der Utopie der Welteroberung anfangen.

Mittwoch, 14. Januar 2009

Auch das noch! Läuft da was zwischen Schäfer-Gümbel und Ypsilanti?


Für die Presse wieder ein Grund für Vergleiche mit dem Weißen Haus.

Entdeckt! - Schäfer-Gümbel träge und unrasiert!


Und hier noch einmal mit Brille:


Samstag, 8. November 2008

Australien hat seinen Knut

Nicht ganz so weiß, nicht ganz so knuffig und kuschelig, und Pelze werden sich von ihm später auch nicht herstellen lassen. Dennoch ist man in Sydney begeistert über den ersten Zwergflusspferd-Nachwuchs seit 23 Jahren. Der Name soll Programm sein. Das rundlich-klopsige Tier wurde Monifa gennant, nigerianisch für "Ich bin glücklich".



Knut und Flocke haben schon den unheilvollen Verdacht genährt, der spätestens jetzt der Gewissheit gewichen ist: Die Menschen können sich nicht mehr in Gleichgesinnte verlieben. Zu oft wurden sie enttäuscht. Finanzkrise, hessische Abweichler in der sonst so einigen SPD und Messias Obama entspringt doch nicht dem Himmel, sondern dem irdischen Hawaii. Vertrauensvolle Alternativen bilden wenige Wochen und Monate alte Tiere.

Sie können nicht sprechen, sich nicht wehren und auch sonst relativ wenig. Klein, dick, ständig futternd. Während die Generation vor uns noch mit Lassie aufwuchs, die Kinder aus brennenden Häusern rettete, entsprechen die neuen Helden eher der Generation Couchpotato. Viele hatten daraufhin schon auf eine Lösung für alle Popularitätsschwierigkeiten gehofft. Doch das Experiment "Kurt Beck" hat verdeutlicht, dass dieses Prinzip nicht auf die Politik zu übertragen ist. Es scheint sich nur noch um eine Frage der Zeit zu handeln bis nach W. Bush auch physisch das erste Tier Präsident wird.