Dienstag, 31. März 2009

Gleißendes Licht

Plötzlich war sie einfach so weg, sie ging ohne sich vorher zu verabschieden, sie meldete sich kein einziges Mal, ein halbes Jahr lang ward sie nicht gesehen. Und nun steht sie auf einmal wieder vor der Haustür und wir freuen uns sogar darüber. Nicht einmal entschuldigen will sie sich. Und wir akzeptieren das einfach so. Ich glaube, sie fühlt sich schon ziemlich als was Besseres. Arrogante Sonne.

Eigentlich müssten wir uns mal rächen, uns einfach auch mal vor ihr verstecken. Aber sie ist uns wahrlich überlegen, wir fürchten uns ja nun schon wieder, dass sie morgen schreit: "April, April!", und uns dann schon wieder verlässt. Aber irgendwann, im Nachhinein, würden wir dann vielleicht einsehen, dass es besser so war.

Sonntag, 29. März 2009

Parteibuch, Teil 4 (NPD)

Es ist schön, dass es in der Politik so viele Parteien gibt, die unserem Land und der Welt mit ihren Ideen weiterhelfen möchten. Andererseits gibt es auch eine Partei in unserem Reich Lande, die versteht sich nur als Satiregruppierung. Politik wollen sie nicht betreiben, stattdessen uns stets weismachen, dass Nazis erstens 'ne Scheißfrisur haben und zweitens dumm wie Brot sind(entschuldige, Brot). Beides klappt eigentlich ganz gut, aber es reicht. Mittlerweile dürfte die gesamte Republik verstanden haben, dass Nationalsozialismus nicht nur so braun, sondern auch so schmackhaft ist wie das Endprodukt der Verdauung.

Dass die NPD in Wirklichkeit ein Verbund ist, der das Land höchst kritisch beäugt, wird auch an folgendem Spot der Partei deutlich. In diesem zweifeln sie die Intelligenz der Deutschen an. Sie vergleichen sie mit döspaddeligen blökenden Schaafen, die sich auf einem rot eingefärbten Tuch befinden (Anspielung auf weibliche Menstruation?) und sich gegenseitig in den Hintern treten. Die neuen Obamas sind sie also wirklich nicht, Hoffnung für die Menschen sieht anders aus.


Freitag, 27. März 2009

Parteibuch, Teil 3 (APPD)

Etwas weniger spirituell als am Samstag mit den Violetten fahre ich nun fort mit den Schwarz-Weißen. Wenn Politiker Schachfiguren wären, wäre die APPD wohl das Brett. Sie läge nur so rum und auf ihr versammelte sich das Volk des "Pöbels und der Sozialschmarotzer", als deren Anwalt sich die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands bezeichnet. Das größte Paradoxon bleibt dabei, dass der Eindruck erweckt wird, es gäbe nun eine Partei des Anarchismus. Total abstrus, selbsternannte Anarchisten werden sie dafür hassen.

Was die APPD fordert, wird besonders deutlich, wenn man sich deren Wahlslogans und Sprüche anschaut:
- "Dumm geboren wird jeder, dumm sterben ist ein Privileg!"
- "Die Intelligenz verfolgt DIch, aber Du bist schneller."
- "Wir sind übern Berg - endlich gehts bergab."

Laut schreien die Vertreteter der Gruppierung von "Punks, Alkoholikern und Arbeitsscheuen" nach dem Recht auf Dummheit, dem Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich ("Jugendrente ab 18") und der Balkanisierung Deutschlands in den Grenzen von 1237. Und die Bedeutung der Ziele scheint das Volk allmählich zu begreifen. Auf ihrer Homepage verkündet die Partei stolz, 0,5% bei der Landtwagswahl in Hessen im Wahlkreis Marburg/Biedenkopf II erreicht zu haben. Ob es am folgenden Wahlwerbespot lag, bleibt fraglich.


Mittwoch, 25. März 2009

Irritation

Eurosport titelt heute im Videotext: "Löw hofft auf verletzte Spieler." Da fragt sich unsereins doch schon: Warum will er verletzte Spieler? Hofft er, damit eine Entschuldigung für 0 Punkte gegen Liechtenstein und Wales zu haben? Oder hasst er die Nationalspieler so sehr, dass er auf erneute Aktionen à la Kuranyi hofft? (besonders gelungen finde ich die weibliche Form "la" an dieser Stelle)

Ich glaube jedoch, die tatsächliche Lösung gefunden zu haben, nämlich ein Missverständnis meinerseits. Ich glaube, Löw möchte uns insgeheim mitteilen, dass ein verletzter Spieler immer noch besser ist als ein Gesunder. Denn ein Nicht-Antreten aufgrund von Spielermangel kostet 0:5-Tore und ein Mundabwischen. Ein reeles 1:2 wäre mehr Schmach als dieselbige von Córdoba. Und die ist seit 31 Jahren das einzige, was den Österreichern ein wenig Nationalstolz verleiht.

Samstag, 21. März 2009

Parteibuch, Teil 2 (Die Violetten)

Fangen wir an mit den "Violetten - für spirituelle Poltitik". Endlich mal eine Partei mir einer neuen Farbe. Obwohl deren Bundesvorsitzende etwas anderes vermuten lässt, ihr Name: Gudula Blau (sic!). Was möchte dieser Haufen von spirituellen Transzendenz- und Jenseitsfanatikern? Nun, zunächst einmal glauben sie daran, dass die Erde irgendwann einmal geschröpf geschöpft worden ist, von einem höhern Wesen, einer geistigen Quelle.

Ansonsten steht diese Gruppierung, deren Farbe diejenige mit der höchsten Schwingungszahl sein soll, für eine neue, eine gar spirituelle Politik. Ihr Hauptziel ist dabei, gewählt zu werden und in möglichst viele Ämter zu gelangen. Wer jetzt lacht, der sei gewarnt: In Niedersachsen hat die Partei, deren Maskottchen ein Schmetterling ist (drei Mal dürft ihr raten, in welcher Farbe), immerhin schon sagenhafte 121 Mitglieder.
Die Welt wird in einem neuen Lichte und einem schrecklich pathetisch anmutenden Hintergrundmusikgeplänkel erstrahlen.


Quellen: offizielle HP; Wikipedia

Donnerstag, 19. März 2009

Parteibuch, Teil 1

Dieses Jahr macht Spaß. Denn dieses Jahr ist wieder full-time-Karneval. Sprich: Wir haben Wahljahr. Da laufen Walhelfer durch die Straßen und manchmal sogar Menschen, die sich für Politik interessieren. Aber am allermeisten freue ich mich schon jetzt auf das neue Qualitäts-TV mit den lustigen Werbespots vor der Tagesschau. Und weil so oft nach politischer Aufklärung geschrien wird, übernehme ich jetzt einfach das Zepter und stelle in den nächsten Tagen die etwas unbekanntereren Parteien vor. Garantiert immer mit original Wahlwerbesendung des jeweiligen Stalles.

Und zu den Großen: Die heißen Grüne, FDP, SPD und CDU. Und fordern nur das Beste für unser Land. So wie hier im folgenden CDU-Spot von 1994 stehen sie nämlich alle für Fortschritt. Hip Hip Hurra!



Montag, 16. März 2009

I. AM.OK.

Sollte ich irgendwann einen Amoklauf begehen, werde ich vorher alle Killerspiele von meinem PC entfernen. Ich werde das ganze Bildschirmdesign in rosa Blümchen verwandeln, werde "Meine kleine Barbie" und "Ponyhof" installieren und als Musik LaFee und Blümchen spielen lassen. Und dann wollen wir ja mal sehen, was RTL, Bild und Co. damit anfangen können.

Freitag, 13. März 2009

Sommernacht

Um ein Uhr nachts Fernsehen geschaut. Immer weiter gezappt. Immer erschreckter über die Qualität der Bilder und Inhalte. Auf Arte sehe ich einen Zigarette rauchenden und Zeitung lesenden Asiaten auf dem Klo. Ob das ein Porno ist? Ich bleibe erst mal dran. Das Telefon klingelt. Der Asiate hebt kurz den Kopf, senkt ihn aber sogleich wieder ohne aufzustehen. Offensichtlich ist die Zeitung spannend. Aber was kann denn betörender sein als ein Anruf, denke ich und blicke verträumt in den Sternenhimmel. An guten Tagen kann ich hier Formen erkennen, einen großen Wagen oder eine Jungfrau. Heute reckt mir der Himmel nur seinen gestreckten Mittelfinger entgegen. Ich wende mich wieder Arte zu.

Der Mann sitzt immer noch auf dem Klo, hat sich mittlerweile aber zumindest eine neue Zigarette angezündet. Ich überlege, ob das vielleicht die ganze Handlung sein soll. Sozusagen als Übung, wie es funktioniert, wenn der Nichtraucherschutz so weit ist, dass das Fernsehen vor 24 Uhr keine rauchenden Menschen zeigen darf. Dann entsteht das neue Segment der Zigarettenerotikfilmchen. Zum Glück bin ich Nichtraucher, denke ich und schlafe ein.

Mittwoch, 11. März 2009

Was wirklich auf Bush geworfen wurde

Der Schuh war doch bloß eine Erfindung für die Medien.



P.S.: Der, wie wir nun wissen fälschlicherweise, als "Schuhwerfer von Bagdad" bezeichnete Journalist wurde jünsgst zu drei Jahren Haft verurteilt. Dabei wäre doch eine Steinigung seiner Tat eher angemessen gewesen. So rein vom Verfahren her.

Montag, 9. März 2009

Lache, wenn es nicht zum weinen reicht

Gestern war mal wieder einer dieser "Feier"-Tage, die die Welt nicht braucht. Weil sie Wesen gewidmet sind, die dem Glück auf Erden eher hinderlich im Wege stehen. Du weißt nicht, welcher Tag gemeint ist? Kein Wunder... solange du ein Mann bist. Denn gestern war der 08.März, oder prägnanter: Der "Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden".

Andererseits impliziert diese Formulierung deutlich, dass schon einer von 365 Tagen im Jahr ausreichend ist für die Anerkennung der Existenz eines weiblichen Geschlechts und, naja, halt den Weltfrieden. Erspart uns eine Menge Arbeit. Darauf werde ich meine Freundin demnächst mal dezent hinweisen wenn wieder mal ein Satz fällt à la: "Interessierst du dich eigentlich noch für mich?" - "Ja, einmal im Jahr akzeptiere ich sogar dein Sein."

Zur Geschichte des Frauentages lässt sich im Übrigen noch sagen, dass er in Deutschland 1911 eingeführt wurde. Um ihn nicht unnötig zu verschleißen, wurde er witzigerweise ausgerechnet von 1933 bis 1945 ausgesetzt. Damals war halt wirklich nicht alles schlecht. Oder wie sehen Sie das, Frau Hermann?

Dienstag, 3. März 2009

Vom Bordstein zur Skyline zurück

Manchmal muss man Begriffe nebeneinander stellen, die eigentlich nicht zusammen gehören. Frauen und Freude wäre solch ein Wortpaar, aber das ist mir viel zu offensichtlich. Heute geht es um Jugend und Beruf. Was macht man heute als medienverweichlichte karrieregeile aber Pisa-geplagte picklige Kinderfresse auf einem Markt, der mit Mario Barth über seine ach-so witzige Freundin lacht und feminine Falten an die Macht wählt? Laut Bertelsmann-Stiftung erkannten schon 2005 vier von fünf Jugendlichen: "Es gibt nicht genügend Arbeitsplätze". In der World of Warcraft. Und eine Welt nur aus Items-Dieben ist ja auch witzlos.

Es sieht zwar düster aus, aber das ist doch noch kein Grund, den Sandstrand mit Köpfen zu füllen. Wirtschaftsunternehmer wie Merckle Oliver Kahn machen doch Mut und zeigen, wo es langgeht. Jugendliche brauchen wieder Eier. Das hat nun auch das ZDF erkannt und bietet die Chance zum festen Zupacken. Denn was wird man, wenn man sonst gar nichts kann? Klar, Ich kann Kanzler. Korrekt, Altaa. Unter diesem Motto sucht das ewige Zweite nun nach einem Politstar vom Schlage eines Schwar Negerprä Obamas, der auch die Jugend wieder mitreißen kann. Ich finds super. Und warte schon darauf, dass es im nächsten Wahlkampf heißt: "Ich bin der Endgegner". Merkel und Münte werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Und wenn er dann erst mal an der Macht ist, erkennen alle: Ers guter Junge.

Sonntag, 1. März 2009

Wetten dass...

auch Du schon von Bumm Bumm Boris' neuen Plänen gehört hast? Zuerst wunderte ich mich, dachte ich doch, die Medien würden begeistert über die Hochzeit eines Pokerstars berichten. Roch verdächtig nach Sommerloch. Doch dann erkannte ich, dass es sich um den größten deutschen Tennisspieler von 1989 handelte.

Am fasziniertesten von Boris Antrag ist - wer hätte das gedacht - die Bild, die ihm gleich zwei (untereinanderliegende) Überschriften und eine Umfrage widmet. Oben heißt es, er verspräche Hochzeit mit Lilly, die Bild fragt: "Hält Boris dieses Mal Wort?" Direkt darunter geht das Magazin jedoch genau davon aus, sie schreibt: "Boris heiratet seine Lilly" und fragt: "Bleibt er diesmal treu?" Stand 11:37 Uhr beantworten 26% der Bild-User die Frage mit: "Auf jeden Fall - so verliebt wie er ist". 50% sind da realistischer und teilen mit: "Das ist mir komplett schnuppe."

Auch stern.de berichtet, impliziert jedoch zunächst eine Homo-Ehe: "Wenn der Thomas mit dem Boris..." Im ersten Satz des Teasers wird der Leser jedoch sofort aufgeklärt, jedoch nicht ganz so genervt wie es die Süddeutsche zu sein scheint. Diese schreibt nämlich: "Ja, Boris Becker wird heiraten - und Lilly war tief dekolletiert". Ob das eine nur wegen des anderen...? Nein, so fies wollen wir heute gegenüber dem Frischgefangenen ja nicht sein. Hat auch Zeit Online erkannt und den klügsten Beitrag zum Thema verfasst - nämlich gar keinen.