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Freitag, 13. August 2010

Sommerloch

Da ist es also, dieses Jahr sogar so groß wie nie. Sommerloch. Es passiert absolut nichts mehr. Okay, die schwarze Todesbrühe vom Golf von Mexiko treibt weiter sein Unwesen im Herzen unseres Planeten, aber davon will keiner mehr was hören, zumindest dort ist das Loch ja gestopft. Ansonsten? Die Regierung bleibt bis auf Ausnahme eines einzelnen Brüderles friedlich und ruhig, was man aber nach den Querelen in den letzten beiden Jahreshälften als gottgegebes Geschenk betrachten muss. Duisburgs Bürgermeister bleibt im Amt. Um AKW-Laufzeiten, Stuttgart 21 und Street View wird weiterhin ergebnislos herum geschwafelt, bis die protestierenden Massen endlich eingeschlafen sind. Und selbst der poetry-rock-Blog blieb in den letzten Tagen ungewöhnlich ruhig.

Was soll ich auch schon sagen? Mein eines Jahr Philippinen neigt sich jeden Tag schneller dem Ende. Man sagt hie und da Tschüß und Danke, erzählt, wie toll man alles fand und ist gleichzeitig mit den Gedanken schon wieder in Deutschland, ist wieder drin in den Zukunftsplänen, von denen man ein Jahr Abstand nehmen konnte. Wie das konkret aussieht? Ein Beispiel: Mein erster Zunkunftsplan ist zum Fußballtraining meines Heimatvereins zu gehen. Was danach kommt? Mal sehen. Aber dieser Gedanke bestimmt schon einmal die letzten Wochen meinen Philippinen-Aufenthalts.

Montag, 26. Juli 2010

Two vs. One

Erfindungen, die die Welt nicht braucht:
- Twitschie-Kinder-Schuhe, die bei jedem Schritt des Zöglings quietschen. Besonders unangenehm, wenn man für fünf Stunden im Ein-Raum-Flughafen festsitzt und das Kind über eine ganz beeindruckende Energie verfügt und läuft und läuft und läuft...

- Rasierschaum mit Zitronenaroma. Wer will denn wirklich, dass seine Fresse nach Zitrone duftet? Vor allem, wenn dieses Zeig exakt wie diese Frischetücher riecht. "Ach, du hast dich wieder in Frischetüchern gewaschen?" Und dann verstehe ich nicht, warum ich in unserer Mall eben nur diesen doofen aromatisierten Schaum finde.

Erfindung, die die Existenz von Erfindern aber wieder legitimiert:
- Twitschie-Flauschi-Handpuppen, verkauft von ein paar der vielen Herumlauf-Straßenhändlern Manilas, die  (die Handpuppen) völlig sinnfrei sind, damit wiederum aber mehr Sinn haben als die von den Herumlauf-Typen verkauften Uhren oder Angeln oder Frauen. Witziger Vogel-ähnlicher Quitschie-Klang, gepaart mit lustigem Aussehen und langer herausspringer Zunge. Für jeden Haushalt ein Muss, noch lustiger im Doppelpack. My Shop is surely coming soon...

Montag, 31. Mai 2010

Scheissthesen

1. Nichts kommt überraschend. Das war ja zu erwarten, dass wir nach Jahrzehnten der Weltraumsehnsüchte, dass wir nach dem ersten Hund im All, nach Mondlandung, Star Wars und Maschinen auf dem Mars, dass ausgerechnet in einer Zeit, in der wir Handys und GPS vergöttern, dass da ein Song mit dem Titel "Satellit" den Grand Prix von Europa gewinnt.

2. Schwarz-Gelb demonstriert Geschlossenheit und weiß endlich, was dem Volke wirklich wichtig ist. Politiker von FDP und CDU fordern das Bundesverdienstkreuz für Lena und Stefan Raab. JU-Vorsitzender Mißfelder behauptet gar, Raab und Lena hätten zusammen den Grand Prix "gerettet"(Link). Ob er damit auf die Türkei anspielt, die sonst gewonnen hätte? Ausländerfeindlichkeit und CDU - das passt endlich wieder. Nach dem Abgang Kochs habe ich mir schon Sorgen gemacht.

3. Die "Bild" will das ganze Jahr durchfeiern und den Grand Prix rund alle 60 Tage wiederholen lassen. Das beweist der Eurovision-Counter, den ich heute auf bild.de gefunden habe.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Paare des Jahres

Irgendwie hätte man da auch früher drauf kommen können. Nicht nur im Auftreten gab es Ähnlichkeiten. Statt Gehirnzellen gibt es bei beiden auch exakt an den gleichen Stellen nur kleine schwarze Löcher, die im Austausch für Gehirnmasse Schimpfworte und das BILD-Gen ausspucken.

Gefunden auf shortnews.de

Paare, die sonst noch (wahrscheinlich) miteinander verwandt sind:
- Westerwelle und Walter Moers' Kleines Arschloch
- Jopi Heesters und Meister Yoda
- Griechenland und Entenhausen
- Ribéry und Scarface

Und Paare, die auf keinen Fall miteinander verwandt sind:
- Flash Gordon und Gordon Brown
- Mark Zuckerberg und ein Berg aus Zucker, in dem sich Datenschützer laben
- Merkel und "Die Entscheidung" (Mitgliedermagazin der Jungen Union)

Montag, 5. April 2010

Linktipp des Tages

Normalerweise mache ich nur Werbung für den Schnipselfriedhof. Aber heute bin ich auf Zeit Online auf den einzigartigen Bericht des Amerikaners Shalom Auslander gestoßen. Ein bitterernstes und doch nicht ohne Tragikomik auskommendes Statement, das direkt zu Herzen geht. Beziehungsweise zu Verstand. Ein Muss für jeden, der sich schon mal im Leben mit Religion befasst hat. Klick HIER.

Dienstag, 30. März 2010

Drei Dimensionen - Lebst du noch oder guckst du schon?

Was für eine schöne Welt. Das Kino verwöhnt uns mit 3D-Produktionen. Und ist damit nun sogar faktisch drei Mal besser als das eindimensionale "wirkliche" Leben. Wenn man nun der Cola und dem Popcorn gentechnisch noch ein paar Vitamine zusetzen könnte, ließe sich das Sein in der tröden Ödnis unter Menschen mühelos eintauschen gegen die wundervoll-bunten Fantasiewelten des CinemaxX.

Und dieses Leben wird sicher spannend. Neben vielen Trickfilmen sind für die letzten Monate des Jahres 2010 nicht nur Harry Potter und die Heiligtümer des Todes angekündigt, sondern auch noch der Primitiv-Slapstick um Jackass sowie Saw VII aus der Splatterkiste. Alles in 3D! Das stelle ich mir schön vor, wenn Steve-O wie toll mit einem Brandeisen auf mich zuläuft oder ich mir dank Jigsaw selber mit einer Nagelschere das rechte Auge entferne. Wer würde da nicht gerne tauschen wollen.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Voyeurismus 2.0

Ich bin Voyeur, Foren-Voyeur. Ich liebe Foren. Foren sind das neue Epizentrum der unfreiwilligen Komik. Menschen in Foren verstehen sich grundsätzlich falsch und reden immer aneinander vorbei. Aktuell wird mir das wieder bestätigt in einer Diskussion in einem lokalen News-Forum aus meiner deutschen Heimat.

In diesem Fall geht es um Schulausfall wegen Glätte (ja, so sieht das da aus. Hier auf den Philis bleibt es ja relativ konstant bei über 28°C) und wie verwirrend doch die ganzen Angaben und zum Teil unterschiedlichen Aussagen aus Funk und Fernsehen seien. Und warum denn für die Schüler der einen Schule frei sei und für die der anderen nicht. Und ein offensichtlich schon arbeitender Herrr findet es sowieso total ungerecht, dass Schüler überhaupt schulfrei bekämen, schließlich müsser er doch auch zur Arbeit. Und mitten in diese Diskussion kommt dann die Frage eines wiederum offensichtlich noch zur Schule Gehenden. Wohlgemerkt noch vor neun Uhr morgens:

"fällt die schule morgen auch wieder aus?"

Ich liebe Foren. 

Mittwoch, 10. Februar 2010

Kotzen Teil 2

In der Nacht habe ich den aktuellen DJ-Hit Laut von Finger & Kadel (siehe Post von gestern) dann doch noch entschlüsselt bekommen. Klar, das Jingle ist bekannt durch Bomfunks MC's Song Freestyler und der Text erinnert ein wenig zu sehr, besonders im Refrain an Türlich, Türlich von Das Bo. Die Eheschließung der beiden Tracks nun also nach rund zehn Jahren. Und nach so einem Zeitraum kann man von Liebeshochzeit wohl sicherlich nicht mehr sprechen. Nach zehn Jahren... das klingt eher nach Ideenlosigkeit, Mangel an Alternativen oder Mutlosigkeit, sich noch einmal auf den Markt zu wagen.

Schön dagegen ist, dass mir durch Laut aufgefallen ist, dass die Bundesregierung den Song vor fünf Jahren gut hätte gebrauchen können. Der Refrain hätte dann folgendermaßen aussehen können:

"Maut Maut, Wir woll'n die Maut
Das wird so feeett
Maut Maut, Wir woll'n die Maut
Mit Toll Colleeect!"

Ich bin sowieso dafür, dass Politik sich wieder besser vermarkten sollte. Warum dann nicht bei der Jugend und bei den Party-Hits beginnen, Frau Merkel?

Dienstag, 9. Februar 2010

(Bis(s)) Zum Kotzen (Auflösung am Ende)

Wow, da entdecke ich die Seite dj-playlist.de und darf nach langer Zeit mal wieder das Gefühl haben, auf dem aktuellen Stand der deutschen Party-Mucke zu sein. Ob ich das wollte? Ja, Betonung auf dem Präteritum. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich das lieber nicht tun sollen. Denn evolutionärer Fortschritt ist keiner zu erkennen. Ganz im Gegenteil.

Das neue Jahrzehnt beginnt also mit Tanzen von Rockstroh (1), mit Laut von Finger & Kadel (2, 3) und Riverside (Let's Go) (4). Und das hört man wirklich? Letzterer Song klingt irgendwie nach Durchfall und Hautkrätze für die Ohren. Der Beat von Laut erinnert an Falco (eigentlich an einen anderen Song, aber ich komme gerade nicht drauf. Doch Falco passt auch.) Außerdem fordert das Lied zum springen auf, wenn es rhythmisch so sehr passt wie ich als Nummer Eins Girl für die BILD und die Songwriter haben sich mal wieder selbst übertroffen:

"Hallo liebe Pornofreunde (...)
Schießen heut' aus allen Rohren
Da bleibt kein Mädel trocken (...)
Pack mal deinen Arsch zur Seite
We need more space zum Springen!"

 -.-

Kommen wir lieber zu Tanzen. Da hat ein youtube-Nutzer zumindest mit dem Hintergrundbild das Lied zu retten versucht. Dabei ist das doch gar nicht nötig. Ne, wirklich, den Song kann man durchaus hören, nach einer durchzechten Nacht um fünf Uhr, wenn man in der Disko ein wenig Dös-Musik benötigt. Rolf Zuckowski hätte es nicht besser hinbekommen.

Mein Fazit der aktuellen Party-Charts war also schon einmal ernüchternd. Dann entdeckte ich jedoch, dass Jein von Fettes Brot neu aufgelegt wird. Das klingt doch viel versprechend, dachte ich mir, Fettes Brot kann niemals falsch sein. Aber Fettes Brot von 1996 ist halt nicht mehr dasselbe wie Fettes Brot von 2010. Es ist immer traurig mit anzusehen, wenn Kult-Lieder Jahre oder Jahrzehnte später in Remixen verschändelt werden. Richtig weh tut es allerdings erst, wenn diese dreckige Arbeit auch noch von der gleichen Band erledigt wird. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Warum nur? Geldprobleme? Ich hätte auch gespendet, dem Erhalt des Guten zuliebe.

Schlussfazit: Entweder muss ich dankbar sein, weil ausgerechnet zu der Zeit meiner Abwesenheit die Partymusik-Branche mal eine Pause einlegt und ich also nichts verpasse oder...
War Disko-Musik schon immer so schlecht? Vielleicht hat nur der Nebel des Alkohols meine Sinne ausreichend betäubt in den letzten Jahren meiner Jugend. Ich befürchte letzteres. Und das ist doch zumindest ein schönes Argument, dem Alkohol weiter die Treue zu halten. Zurück in Deutschland wird also wieder richtig gesoffen. Womit wir auch wieder bei der Überschrift wären. Beruhigend zu wissen, dass sich nichts verändert.

Montag, 1. Februar 2010

Super, Mark(t)

Wenn einem so viele Tausende Gedanken und Ideen in den Sinn kommen, dass man selbst vor ihnen zurückschreckt und aus einem inneren Schweinehund heraus nicht eine davon schriftlich festhält, dann wünscht man sich, doch ein wenig weniger kreativ zu sein. Und hofft, dass das Publikum die geistigen Höhenflüge verzeihen möge.
[Absatz und Themenwechsel]

Worüber ich auch schon immer einmal gelästert haben wollte, ist die Kassenware in meinem Lieblings-Supermarkt. Kaugummis... okay... Taschenlampen... fragwürdig... eine ganze Palette von Zahnbürsten... wie bitte??? Das verstand ich einfach nicht. Wer kommt denn an der Kasse auf die Idee: Ach ja, Zähne putzen wollte ich auch mal wieder? 

Nachdem ich aber nun gestern meine vermeintlich neue Zahnbüste ordnungsgemäß aus dem Drogeriebereich genommen hatte, dann jedoch an der Kasse eine viel tollere und schönere fand und die Zahnbürsten sogleich austauschte, seitdem ist mir die Lust aufs lästern gehörig vergangen.

Dienstag, 24. November 2009

Leidvolle Selbstliebe

Seit heute habe ich meinen ersten Knutschfleck. Ich habe mir in den Oberarm gebissen. Im Nachhinein tut es mir ein wenig leid, vor allem, da es natürlich genau in dem Bereich ist, den das T-Shirt eben NICHT verdeckt. Auf der anderen Seite erinnert mich das wieder an die herrlichen Jugendzeiten, in denen man -insgeheim stolz- seine ersten Knutschflecken am Hals präsentierte.

Das war peinlich, aber der Rest der Jugend war schön. Zumindest soweit ich mich gerade zurück erinnern möchte. Möchte ich eigentlich gar nicht. Passiert aber zuweilen einfach so. Zum Beispiel, wenn man sich in den Arm beißt und eine Stunde später im Jeepney merkt, dass da zwei komische Flecken sind.


Mittwoch, 18. November 2009

Recht auf Tote

Erst vor wenigen Tagen verließ ich enttäuscht über "2012" das Kino und schämte mich ein wenig dafür, vorher lauthals geprahlt zu haben, das Werk stamme von einem deutschen Regisseur. Diese Gefühle wichen nun der Verwunderung. Einen Spiegel-Kommentar zum Film musste ich zumindest gleich zwei Mal lesen, weil ich nicht glauben konnte, was ich da las. Aber es stimmte:

"(...) Noch nie hat man einen Meteoriten in eine Gelsenkirchener Trinkhalle einschlagen sehen oder in eine oberschwäbische Stadtrandlage. Immer nur Weißes Haus, Eiffelturm oder Taj Mahal. Dabei hätte Deutschland so viele Publikumsmagneten zu bieten: die "Roswithastadt" Bad Gandersheim, das Panzermuseum in Munster, den Maschsee in Hannover (...)"

Da fordert Thomas Tuma also tatsächlich die Zerstörung Deutschlands - zumindest cineastisch. Neid auf fehlenden Kahlschlag. Ist das ein Fetisch? Das neue Schaulustigentum? Das Wort eines perversen Misanthropen? Zumindest dieses eine Mal ist es vielleicht besser, die Antwort nicht zu wissen.

Mittwoch, 11. November 2009

Sinnvoller Verkehr

Elektronischer Postverkehr versteht sich. Aber ist es wirklich so clever, per E-Mail(!) auf folgenden Sachverhalt hinzuweisen?

Liebe Freiwillige,

bei einigen von euch habe ich auf meine Rundmails Fehlermeldungen bekommen, weil das Postfach voll war.

Ich moechte darauf hinweisen, dass ich Rundmails nicht erneut einzeln versende. Das macht mir zu viel Arbeit. Deshalb achtet bitte darauf, dass euer Postfach nicht voll ist! (...)

Ich bin sehr gespannt, wie die nächsten E-Mails lauten werden:
1. "Ich habe schon wieder von denselben Leuten Fehlermeldungen bekommen. Also Hans, Peter und Beatrice: Räumt endlich auf!"
2. "Immer wieder das Gleiche mit euch. Sagt mal, kriegt ihr meine Mails nicht oder was ist los?"
3. "Also Ihr drei. Ich wollte es nicht soweit kommen lassen, aber es geht wohl nicht anders. Ich hoffe, Ihr versteht, dass ich euch so lange weiter zuspammen werde bis Ich keine einzige Fehlermeldung mehr bekomme."
4. "Im Anhang der Strafenkatalog für jede weitere Fehlermeldung, die ich erhalte."
5. "BLABLUBBBLA"
6. "BLUBBLABLABLA"
7.
"Es werden ja immer mehr Fehlermeldungen. Ich hab' die Schnauze voll! Ihr werdet alle nach Hause geschickt. Wir treffen uns morgen Abend in Guiuan."

Donnerstag, 5. November 2009

WG = Wundersames Grüppchen

Das passt doch ganz zu meinem Post vom 30.10. WG's sind einfach das schönste, was es gibt auf der Welt. Weshalb jetzt sogar zuweilen schon Senioren-WG's statt Pflegeheimen propagiert werden. Entsprechende Literatur wird also immer nötiger: Das WG-Buch. Vom Leben und Überleben in der Wohngemeinschaft. Das mit dem Überleben ist in einer Senioren-WG ja so eine Sache.

In der Jugend-WG gibt es dafür andere Probleme. Allzu praktisch ist dort oft die entsprechende WG-Musik mit Botschaft. Trotz allem: Manchmal, ja manchmal kommt man um die altbewährten Zettel am Kühlschrank einfach nicht herum. Hier noch einmal eine Top-Auswahl:

Mit Dank an die Satiriker von TheOnion.com.

Mittwoch, 4. November 2009

Ich trage einen Trauerflor

Einen ziemlich schwarzen gar, so schwarz wie Tag und Nacht zusammen. Für Deutschland. Für das weit entfernte Land. Ich vergesse Euch dennoch nicht. Euer Leid. Eure Pein. Euren Kummer. Ich stehe Euch bei. Denn das müssen ja echte Scheißtage gewesen sein, die Ihr gerade hinter Euch habt.

Merkel erfüllt die BRD-USA-Beziehungen mit neuem Leben, der Münchner Fußball stürzt wie eins Troya und aus Afghanistan wird plötzlich ein Krieg - eine Nachricht erschreckender als die andere. Und das war ja noch längst nicht alles. Dann rennt GM auch noch mit unseren Milliarden davon wie ein Kleinkind mit Lolli, Westerwelle ist immer noch Aussenminister und "Deutschland wird schwanger". Ist es wirklich so schlimm da drüben? Alles gute Gründe, doch erst einmal hier zu verweilen. Da nehme ich lieber den ein oder anderen Taifun in Kauf.

Mittwoch, 23. September 2009

Kleine Ethikkunde

Kaum ein Symbol ist uns Deutschen so bekannt, so nah und doch so fremd und fern. Dabei hat die Swastika, oft besser bekannt als das Hakenkreuz, eine sehr lange und auch ziemlich interessante Geschichte durchgemacht. Das klassische Ursymbol wurde über Tausende von Jahren in vielen Teilen der Welt als Heilbringer verwendet. Swastika wird mit "Alles ist gut" übersetzt, weshalb es nicht verwundert, warum zum Beispiel selbst Carlsberg das Zeichen in seinem Logo hatte und auch Coca Cola einst damit warb.

Aus nahe liegenden Gründen ist das Zeichen mittlerweile jedoch nicht mehr ganz so im Trend. Besonders in Deutschland wird die Swastika wie ein aussätziges Kind behandelt und jeglicher Kontakt so gut wie möglich abgeblockt. Das ging 2006 sogar so weit, dass ein Online-Shop aufgrund des Vertriebs von Artikeln mit durchgestrichenen oder zerschlagenen Hakenkreuzen verurteilt wurde. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil in letzter Instanz jedoch wieder auf. Die Richter gingen davon aus, dass rechtsextreme Organisationen die entsprechenden Darstellungen wohl eher doch nicht für ihre Zwecke missbrauchen würden.


Was der Bundesgerichtshof jedoch von folgendem Ausstellungsstück in einem großen Kleidungsshop in Tacloban City, mein Heimatort für dieses Jahr, halten würde, darüber lässt sich nur spekulieren.
Die Verkäuferin erklärte auf Nachfrage, dass das abgebildete Symbol zurzeit besonders bei der jungen Generation in Mode komme. Ich verschwieg für dieses eine Mal meinen Kommentar dazu und fragte mich eher, was der neue Kult der Generation denn wert sei. Immerhin: 199 PHP kostet der Spaß, keine drei Euro. Sicherlich günstig genug für eine große Gewinnspanne, wenn ich das Shirt in Deutschland im großen Stil an die Thor Steinar-Träger für flockige 20 Euro das Stück verkaufe. Aber dann kam ich doch ins Zögern: Ob ich dieses Geld wirklich wolle?
So weiß ich ab heute immerhin, dass ich für finanzielle Mittel doch nicht alles tun würde. Da bleib ich lieber erst einmal bescheidener Freiwilliger mit reinem Gewissen, der für einen seiner wenigen Euros nur 3 Bier oder 100 Zigaretten bekommt.

Dienstag, 23. Juni 2009

Festival-Dialog

A: "Überall hier diese beschissene Pferdescheiße von den scheiß Bullen..."
B (völlig verstört): "..."
A: "Hast recht- irgendwie ist auch mir dieser Satz suspekt."

Donnerstag, 4. Juni 2009

Erotisches Barcelona

Das war also Spanien. Überall liefen Stiere und Torreros umher, die zusammen Flamenco tanzten, jeder Straßenhändler versuchte Tapas und Paella loszuwerden und von den Dächern regnete es Sangria. Nur in Barcelona, da war alles anders. Ob es an dem überdimensionalen Bauwerk lag, das die Einheimischen liebevoll ihren "hässlichen Dildo" nennen?
Es ist das mit Abstand meistverkaufteste Postkartenmotiv, bei dem auch ich nicht drumherum kam, es umgehend meiner Freundin zu schicken. Verknüpft mit der Aussage: "Wenn ich an Dich denke, leuchtet mein Ding wie das Monument in der heißesten Stadt der Welt."

Weiteres Bild hier. Wikipedia möchte von einem Dildo jedoch nichts wissen. Dort steht lediglich, der Turm sehe aus "wie eine Wasserfontäne". Na klaaaar *zwinker; zwinker*.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Vorbei

Das ist es nun für mich. Ich ziehe mich zurück... für die nächsten 10 Tage. Lloret ruft auf zur Abifahrt. Wir Ex-Schüler stöhnen da erleichtert auf: "Endlich wieder Kultur und Bildung." Die unterrichtsfreie Zeit war anstrengend, nun können wir uns ein letztes Mal alle wieder auf die Nerven gehen. Timing also optimal? Von wegen.

Wenn ich wieder in der Heimat bin, ist die Meisterfrage bereits entschieden, die ersten Guantanamo-Häftlinge machen es sich in meiner Nachbarschaft gemütlich und Peter Sodann wird seine Dankesworte zur überraschend gewonnenen Bundespräsident- schaftswahl (am 23. Mai) formuliert haben. Wie? Sie stutzen? Tja, die Wettquoten waren derart hoch, dass ich gar nicht anders konnte, als Haus, Hof und Familie auf einen Erfolg Sodanns zu setzen. Ich hoffe also und glaube fest daran. Wie sehr Herr Sodann diese Wahl verdient hätte, möchte ich noch einmal in Erinnerung rufen. Und wünsche mir daher dieses Post vom 24. November '08 herbei. Empfehlenswert sind auch diese beiden Videos aus "Schmidt & Pocher" sowie die sehr gelungene Parodie von Mathias Richling.

Sonntag, 17. Mai 2009

Schei...

Meine Leser sollten froh sein. Denn es gibt noch deutlich beschissenere Blogs als diesen hier. Und wer jetzt seine Stimme erheben möchte und sich mokkiert:
"Ey, beschissen ist doch scheiß Umgangsprache, Digga!", dem möchte ich sagen:
"In diesem Falle aber nicht."

Denn auf kackblog.net findet der Interessierte alles über Fäkalien, deren Erzeugung und dem dazugehörigen Drumherum. Das Blog-Motto: "Ich kacke, also bin ich." Da habe ich wohl die Existenz einiger abstruser Triebe komplett verschlafen... Aber eines habe ich dann doch gefunden. Nämlich die Werbekampagne der Toilettenpapiermarke "Silk Soft", die mit sehr speziellen Aufklebern auf öffentlichen Toiletten begeistert. Das Motto dabei lautet: "100% recycled". Ob sich jetzt doch noch eine Allianz der Recycling-Gegner finden wird?