Mittwoch, 30. September 2009

Ein bisschen ätzend ist es schon

So langsam kommen wir (drei junge deutsche weltwärts-Volontäre) an in unserer neuen Heimat und der Organisation (Runggiyan). Gestern haben wir unsere Neuwagen gekauft, die hoffentlich diese Woche noch geliefert werden. Unsere Villa (direkt am berühmten McArthur Monument) mit Meerblick ist zwar ganz n Ordnung, aber Gärtner, diverse Hausfrauen und Chaffeur müssen wir erst noch besorgen. *nerv*

Außerdem fehlt noch ein Großteil des Sandstrandes, der aus Dubei eingeflogen werden muss, was ja eigentlich nicht so schwer sein kann. Auch der Pool ist momentan noch in der Umbauphase, sodass wir zurzeit nur den Indoor-Whirlpool nutzen können. Der geneigte Leser merkt sicherlich schon: Filipinos sind ziemlich langsame und faule Arbeitskräfte. Doch trotz dieser zahlreichen Rückschläge lassen wir uns nicht entmutigen und geben dem Land noch einmal eine Chance. Wir sind schließlich keine Unmenschen.

Sonntag, 27. September 2009

Musikalischer Wahnsinn

(die Überschrift sollte zunächst "Musikalischer Amok" lauten; aber zurzeit bekomme ich noch ganz gut mit, was in Deutschland so passiert.)

Die Filipinos sind schon ein sehr verrücktes Völkchen. Ich habe mich zwar mittlerweile sogar daran gewöhnt, dass dir immer mal wieder vor sich hinsummende Menschen entgegen kommen; auch schon daran, dass zum Beispiel selbst die Kassiererin vor deiner Nase plötzlich zu singen anfängt. Ebenfalls Standard sind die Karaoke-Maschinen an jeder Straßenecke und in jeder noch so kleinen Kneipe. Karaoke ist ein Muss.

Aber an dem Musikgeschmack könnte man schon noch feilen. Zunächst einmal liebt man hier den Pop, der auch bei uns die Charts rauf- und runterläuft. Dazu kommt noch eine ausgeprägte Leidenschaft für Hip Hop. Ganz neu war so die Erfahrung für mich, sich im Supermarkt wie in der Deutschen Black Area zu fühlen. Allerdings noch viel irritierender, eine stets aufs Neue ganz ganz merkwürdige Erfahrung ist es, wenn ich plötzlich bei Sonnenschein, fünfunddreißig Grad und Kokospalmen in Sicht-und Greifweite Weihnachtslieder vernehme.

Denn die Filipinos lieben Weihnachtssongs, insbesondere alle tausend Remixe von Jingle Bells. Fand ich bisher auch gar nicht mal so schrecklich, zumindest moralisch irgendwie, naja, immerhin nicht verwerflich. Aber gestern während einer schönen Samstagnacht, in der Disko, am 26. September. Das war wahrlich kein Moment, in dem ich erwartete, gleich zu "Last Christmas"(selbstverständlich wieder in ungewohnt grässlicher Remix-Fassung) zu tanzen. Und ich war wohl nicht einmal allein mit meinem Gedanken, direkt danach war Feierabend und der DJ entließ uns in unsere wohlverdienten Weihnachtsträume.

Samstag, 26. September 2009

Zu viel Anpassung

Ich bin mir nicht mehr sicher, wie bewusst man sich das in der Heimat war, aber nur zur Sicherheit betone ich noch einmal gerne: Ich bin auf den Philippinen. Philippinen liegen in den Tropen. Tropen sind heiß. Ziemlich heiß. Und feucht. Und dadurch wirkt alles noch heißer. Und in größeren Ortschaften wie Tacloban drückt dann auch noch der Smog ganz gewaltig. Denn Katalysatoren wurden hier noch nicht erfunden.

Ein Beispiel: Man stelle sich vor, es ist Mitternacht, ich sitze in meinem Zimmer, der Ventilator bläst mir ins Gesicht und: Ich schwitze. Diese Situation hatte ich letzte Woche. Momentan ist es dagegen ziemlich kalt hier (für philippinische Verhältnisse). Außerdem weht der Wind ununterbrochen, so langsam beginnt die Regenzeit. Kurzum: Es lässt sich grad ganz gut aushalten. Doch eine Sache ist da noch, die mir temperaturell ein wenig zu schaffen macht.

Dafür muss ich kurz die Duschen hier erklären. Die haben nur einen Knopf. Den An-Knopf. Temperatur lässt sich nicht variieren. Und ich weiß noch genau, wie ich nach meiner ersten Nacht das kühlende Nass aus dem Hahn abgefeiert hatte. Am liebsten hätte ich den ganzen langen lieben Tag darunter verbracht. Das hat sich geändert. Ein Scheiß auf die Akklimatisierung. Mich jeden Morgen unter eine Dusche zu quälen, die minutiös jede noch so kleine Pore mit ihrem Eisstrahl attackiert, so habe ich mir die Philippinen aber nicht vorgestellt.

Mittwoch, 23. September 2009

Kleine Ethikkunde

Kaum ein Symbol ist uns Deutschen so bekannt, so nah und doch so fremd und fern. Dabei hat die Swastika, oft besser bekannt als das Hakenkreuz, eine sehr lange und auch ziemlich interessante Geschichte durchgemacht. Das klassische Ursymbol wurde über Tausende von Jahren in vielen Teilen der Welt als Heilbringer verwendet. Swastika wird mit "Alles ist gut" übersetzt, weshalb es nicht verwundert, warum zum Beispiel selbst Carlsberg das Zeichen in seinem Logo hatte und auch Coca Cola einst damit warb.

Aus nahe liegenden Gründen ist das Zeichen mittlerweile jedoch nicht mehr ganz so im Trend. Besonders in Deutschland wird die Swastika wie ein aussätziges Kind behandelt und jeglicher Kontakt so gut wie möglich abgeblockt. Das ging 2006 sogar so weit, dass ein Online-Shop aufgrund des Vertriebs von Artikeln mit durchgestrichenen oder zerschlagenen Hakenkreuzen verurteilt wurde. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil in letzter Instanz jedoch wieder auf. Die Richter gingen davon aus, dass rechtsextreme Organisationen die entsprechenden Darstellungen wohl eher doch nicht für ihre Zwecke missbrauchen würden.


Was der Bundesgerichtshof jedoch von folgendem Ausstellungsstück in einem großen Kleidungsshop in Tacloban City, mein Heimatort für dieses Jahr, halten würde, darüber lässt sich nur spekulieren.
Die Verkäuferin erklärte auf Nachfrage, dass das abgebildete Symbol zurzeit besonders bei der jungen Generation in Mode komme. Ich verschwieg für dieses eine Mal meinen Kommentar dazu und fragte mich eher, was der neue Kult der Generation denn wert sei. Immerhin: 199 PHP kostet der Spaß, keine drei Euro. Sicherlich günstig genug für eine große Gewinnspanne, wenn ich das Shirt in Deutschland im großen Stil an die Thor Steinar-Träger für flockige 20 Euro das Stück verkaufe. Aber dann kam ich doch ins Zögern: Ob ich dieses Geld wirklich wolle?
So weiß ich ab heute immerhin, dass ich für finanzielle Mittel doch nicht alles tun würde. Da bleib ich lieber erst einmal bescheidener Freiwilliger mit reinem Gewissen, der für einen seiner wenigen Euros nur 3 Bier oder 100 Zigaretten bekommt.

Montag, 21. September 2009

Kritik der reinen Vernunft

Hier mal ein Text von mir, den ich gerade auf der Festplatte entdeckt habe. Der müsste aus dem Sommer 2008 stammen, wusste gar nicht mehr, dass es den noch gibt. Also hier mal als kleines Geschenk. Der Titel steht oben und jetzt gehts los:

Okay, ich bin nicht Kant, ich bin nicht mal Philosoph, obwohl: ist nicht jeder sich Gedanken um die Welt Machende ein eben solcher? Juhu, jetzt bin ich einer.

Mit meinem Titel wollte ich lediglich kritisches Interesse wecken an einem Thema, dem viel zu oft bloß kalte Ignoranz entgegengeschlagen wird. Und wenn doch mal jemand heuchlerische Neugier äußert, dann nur, um es schief anzugucken und die Augenrollkraft auszureizen. Die Mehrheit hat es vielleicht schon erkannt, es geht um diese klitzeklitzekleinen süßen Dinger, die manchmal auch mal größer werden: Hämorrhoiden. Hämorrhoiden, viel zu oft nur entschieden gemieden kann ich verstehen, dass wenn sie mal da sind, ihnen nur Folter am Menschen in den Sinn kommt.

Kaum ist das Wort „Hämorrhoiden“ ausgesprochen, müssen Menschen weinen. Oder lachen. Mein Gott, die Hämorrhoiden können doch auch nichts für ihren Namen. Der kommt aus dem Griechischen „haíma“ gleich „Blut“ und „rhéin“ gleich „fließen“. Einige denken jetzt vielleicht sorgenvoll an ihren weißen Kashmir-Teppich, aber Blut und fließen, worin steckt denn mehr Poetik? In meinen Ohren ist das Exotik, pure Erotik. Wenn das Blut durch meine Adern fließt, mein Körper sich aufprustet vor Wollust und ich nur noch leben möchte. Leben voller Leidenschaft und Lust.

Laut Lexikon sind Hämorrhoiden „arteriovenöse Gefäßpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angelegt sind und dem Feinverschluss des Afters dienen.“ Das wirkt doch richtig sympathisch! „Dienen“, wer hätte nicht gerne einen Diener. „Feinverschluss“ klingt richtig fein und reimt sich außerdem auf Kuss. „Enddarmschleimhaut“… okay, dazu fällt mir gerade auch nichts ein, aber „ringförmig“ – ich sehe Olympia, das größte Logo aller Zeiten und Höhepunkte und Exzesse. Und „Gefäßpolster“ – Polster, diese sanften weichen warmen Wesen, wahrhaft erlesen. Airbags sind Polster und retten unser Leben! Zugegeben, die zuweilen Beschwerden verursachende vergrößerte Hämorrhoide, die wir in der Regel meinen, tut das nicht. Aber wer wird denn gleich penibel werden.

Ich persönlich sehe Hämorrhoiden in einem ganz anderen Licht, in einem ganz anderen Schein. Hämorrhoiden, und das sage ich bewusst nur dieses eine Mal, bereichern unser Leben. Feuchtgebiete, ein Roman unserer Zeit, wäre nie ohne sie geschrieben worden. So detaillierte und zärtliche Aufmerksamkeit wird ihnen sonst selten geschenkt. Aber eigentlich haben wir eh nichts anderes verdient. Die Deutschen, diese heulenden Jammerlappen, diese „Oh-wir-haben-von-allem-viel-zu-wenig-nur-mein-Mann-der-ist-zu-dick, das-Auto-ist-zu-langsam-und-oh-meine-Haare-sitzen-ja-heute-überhaupt-nicht-ÜBERHAUPT-NICHT!“ Da kommen uns Hämorrhoiden gerade recht.

Hämorrhoiden verschaffen uns mehr Durchblick. Okay, lieber nicht wörtlich nehmen. Ich meine Durchblick über unser verdientes Leiden. Ich plädiere für einen offenen Umgang mit unserem Körper. Kult, das sollte er doch sein, mit allen, ich wiederhole: ALLEN seinen Innereien. Und die, die es am meisten davor grault, die essen Schweineinnereien. Ja ne, is klar.

Erwachet! Nein, ich bin kein Zeuge, ich habe Beweise, dass Offenheit uns allen weiterhilft. Bitte auch nicht unbedingt wörtlich nehmen. Aber wir sollten Schluss machen mit dem Tabu. Wussten Sie schon, dass über 50 rund jeder Zweite unter Hämorrhoiden leidet? Und ab jetzt gehen Sie hoffentlich mit anderen Augen durch die Fußgängerzone.

Sonntag, 20. September 2009

Berichterstattung 1.0



Ganz so schlecht wie es das mittlere Bild suggeriert, geht es mir zwar nicht. Aber der Gedanke kam mir schon, ob ein Jahr nur mit Red Horse oder San Miguel Beer und dem einheimischen Tanduay Rum nicht schnell langweilig werden könnte. Besonders Tanduay, das auch in den kleinsten Dörfern überall plakatiert wird, scheint eine gesellschaftliche Herausforderung darzustellen. Günstiger als Bier wird schnell klar, warum es stets und von allen getrunken wird.

Aber Langeweile kommt dann sicherlich doch nicht auf. Schließlich gibt es hier genug bettelnde Menschen, mit denen man in Kontakt treten kann. In den Städten betteln sie mehr um Geld, hier in der (idyllischen) Kleinstadt viel mehr um bloße Aufmerksamkeit. Als Weißer wird dir- besonders von Kindern und Jugendlichen- ständig gewunken und hinterher gerufen.
Zunächst einmal sind wir alle Amerikaner und heißen "Joe". Aber die erste Frage, selbst wenn wir nur unschuldig durch die Straßen wandern, ist die nach unserem wirklichen Namen. Besonders beliebt bei den Jungs- die Mädchen sind meist nur am kichern- ist das Mutproben-Spiel: "Wer traut sich am nähesten an den Weißen vorbeizugehen oder wer fässt sie sogar an?" Hin und wieder wird auch ein Kind geschubst, so dass es gegen uns stößt.

Gestern durften wir das Interesse der Bevölkerung an uns weißen Langnasen zu dritt auf einer "Students Party" auf dem Marktplatz "genießen". Dreißig um die fünf bis fünfzehn Jahre alten Kinder wichen uns keinen Schritt mehr von der Seite. Als wir dann deren Lehrerinnen kennen lernen "durften", hat eine von ihnen jeweils dem Lasse und mir ihre Tochter angeboten. Die Handynummer des angeblich wie wir beide auch 19-jährigen Mädchens und die Versicherung "See you soon" haben wir schon mal von ihr, der Tochter selbst haben wir lediglich die Hand geschüttelt.

Mittwoch, 16. September 2009

McParadise

Ich wusste es doch. So viele Menschen haben sich schon in die philippinischen Inseln verliebt, sind gar für immer dort geblieben. Da ist doch klar: Dieses Land muss etwas ganz besonderes haben. Und tatsächlich gibt es hier etwas, von dem man in Deutschland oft träumt und zwar überall und immer mal. Ob im Bett, betrunken auf einer Party oder nur in der der Mittagspause; ungestillte Bedürfnisse melden sich, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann.

Doch das Paradies ist hier stets verfügbar. Auf den Philippinen kann den Drängen jederzeit nachgegeben werden. So lasse ich mich jetzt einfach mal gehen, rufe an (optional: kurzer Website-Besuch) und ab dann darf ich ganz entspannt genießen: Den Moment, wenn es an der Tür klingelt und McDelivery den Big Mac direkt zu mir nach Hause liefert!

Montag, 14. September 2009

Meer-Gefahren

Panik. Schrecken. Tränen der Furcht. Eltern kennen diese angsterfüllten Augen, wenn dem Kinde die Iodtinktur auf die frische Wunde gelegt werden soll. Plötzlich tut die Verletzung dann doch gar nicht mehr so dolle weh. Aber wenn man das feststellt, ist es meist schon zu spät und die Mama schon längst einsatzbereit. Ich hatte gestern das Revival zu dieser extremen Gefühlswelt.

Denn gestern floss das erste Mal Blut bei mir. Auf einem winzigen Inselchen, Pearl Island, waren wir schnorcheln, wunderbare Sache. Meinem Fuß hätte ich die Bekanntschaft zu einer der Korallen aber dennoch gerne erspart gehabt. Eigentlich sind es nur harmlose Schürfwunden, aber Wundheilung ist laut Aussage unserer Mentorin eine "Katastrophe auf den Philippinen" und tatsächlich findet man auch bei Kindern hier fast nur völlig vereiterte Verletzungen.

Also blieb mir nichts anderes übrig als der Griff zur Flasche. Bei der Wahl zwischen des einheimischen Rums und des Iods habe ich zumindest dieses Mal letzteres vorgezogen. So schlimm wie wie Omas Zeiten ("Jod heißt Jod, weil man danach vor Schmerzen jodelt.") ist es aber tatsächlich nicht mehr. Mir geht es also immer noch gut, lang lebe die Forschung, die das (fast) schmerzfreie Iod erschuf!

Stolz auf den ersten Selbstversuch; Thema: Abwehrkräfte auf den Philis?

Sonntag, 13. September 2009

Jubiläum zum Morgen

Morgens halb acht auf den Philippinen. Der Pazifik plätschert bei irgendwas mit 20°C. Eine sanfte Brise weht über die bald wieder schwitzende Haut. Zum Frühstück gibt es (natürlich) Reis, ein komisches rotes (Kraut?-)Zeug mit (Frucht?-)Stückchen und Rührei mit Bananen-Ketchup aus dem Plastikpäckchen.

Wir weltwärts-Freiwilligen sind mittlerweile längst in der dritten Unterkunft angekommen, in der wir rund eineinhalb Wochen bleiben bis es uns letztlich in unsere Organisationen ziehen wird. Hier ist es aufgrund der Wassernähe und des verfügbaren W-Lans sicherlich am schönsten, auch wenn es sich in Wahrheit nicht um den Pazifik handelt, sondern um den Leyte-Golf und der Wasserblick nur bis zur nächsten Insel in rund 250 Metern reicht. Aber aushalten lässt es sich hier.

Dieser Post ist mein bisher positivster aus den Philippinen. Das hat einen ganz banalen Grund: Ich gratuliere mir hiermit mal selbst ganz herzlich zum 100. Post und wünsche auch meinen Lesern weiterhin viel Spaß und Freude am Leben. Wir hören uns.

Mittwoch, 9. September 2009

Erste Ernuechterung

Ich dachte, ich haette mich auf alles eingestellt. Habe mit allem gerechnet. Aber als ich dann ankam war doch alles so ganz anders. Nichts, auf das ich mich eingestellt hatte: Keine gruenen Maennchen mit Antennen auf dem Kopf, keine streunend-fliegenden Katzenhunde, noch nicht einmal einer Schiesserei durfte ich beiwohnen. Stattdessen sind hier auch, naja, Menschen, also mit Haaren, Augen, Nase, Ohren und Mund und so. Voellig verrueckt diese Welt.

Und auf diese erste Ernuechterung folgt auch sogleich die zweite: Es mangelt ja, das Land ist arm. Demzufolge verzichtet man hier auch auf das "Eszett" und sowieso auch auf Umlaute. Ich sagte ja bereits: Voellig verrueckt diese Welt.

Donnerstag, 3. September 2009

Ehrenhafter Wettstreit

Es gibt viele Ängste, die einen umtreiben, wenn man für ein solches Jahr den heimischen Kontinent verlässt. Fremde Sprache, fremde Menschen, fremde Kultur. Doch wie kann man sich einer solchen unbekannten Umgebung besser nähern als mit einer Rallye? So in etwa dachten sich das auch zwei weitere Philippinen-Freiwillige und ich.

Entstanden ist ein Wettstreit in 23 Disziplinen. Für jede Disziplin gibt es eine unterschiedliche Punktzahl, deren Erfüllung mit Foto bewiesen werden muss. Derjenige mit der höchsten Punktzahl wird nach den 12 Monaten umjubelter und gefeierter Held sein. Was sich unsere gescheiten Köpfe für Diszplinen ausgedacht haben? Da wären zum Beispiel...

- zur Wahlzeit in Manila mit einem Schild "Hey, Hostage Me" herumlaufen
- sich todesmutig und bewusst von einer Mücke stechen lassen
- Balut essen (*)
- sich Dinge im Wert von mindestens 200 € stehlen lassen (Mitleidspunkte)
- bei einem Hahnenkampf auf das richtige Tier setzen
- Cops bestechen
- Kohltour mit mindestens 17 Filipinos veranstalten
- Koboldmaki mindestens fünf Meter weit schleudern (**)
- Filipina heiraten (100 Punkte!)

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr.

* Balut gilt als ein sehr beliebter Zwischensnack. Im Grunde ist es ein einfaches Enten- oder Hühnerei, gekocht zwar, jedoch angebrütet.
** Der Koboldmaki ist die kleinste bekannte Primatenart. 15 cm gelten dort schon als viel.