Samstag, 4. April 2009

Heute schon beLIDLt worden?

Es ist ja irgendwie beruhigend zu erfahren, dass es selbst in unseren schnelllebigen Zeiten doch noch gewisse Konstanten gibt. So haben die Bayern trotz ihrer schlechtesten Saison seit Ewigkeiten immer noch beste Meisterchancen, die BILD betreibt weiterhin den unseriösesten Journalismus (obwohl der Bildblog nun auch die restliche Medienwelt unters Messer nehmen will/wird) und LIDL bleibt der Garant für Datenschutzskandale. Ja, es ist nun gewiss: LIDL sorgte sich sogar und wohl immer noch intensiv um die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer.

Wie SPON berichtet, habe man zufällig im Mülleimer einer Bochumer Waschanlage (sic!) rund 300 Seiten interner Unterlagen über mehr als 600 Verkäufer/innen gefunden. Dazu gab es gratis unter anderem: Namen, Telefonnummern, Personalnummern, Gehaltslisten, Arbeitszeugnisse. Und vor allem Informationen über die Ausfälle von Mitarbeitern und dem warum. Grippe, Rückenleiden und Bluthochdruck, alles ist sauber dokumentiert. Besonders bizarr Einträge wie der Folgende: "Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert". Dann mal viel Spaß mit dem Vorgesetzten. Monatlich werden diese Listen weitergeleitet.

Für LIDL gibt es also offenbar, selbst nach dem großen Aufschrei im Januar 2008, keinen Grund, die Firmenphilosophie nachhaltig zu verändern. Letztlich müssen wir, der Kunde entscheiden, ob er ein solches Verhalten weiterhin tolerieren möchte. Oder ob wir mehr dieser Musterdokumente sehen möchten, die sämtlichen Filialen zur Verfügung stehen: "Krankenstand_2.xls". Mein neues Wort für ausspitzeln lautet ab sofort auf jeden Fall ausLIDLn.

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