Wow, da entdecke ich die Seite dj-playlist.de und darf nach langer Zeit mal wieder das Gefühl haben, auf dem aktuellen Stand der deutschen Party-Mucke zu sein. Ob ich das wollte? Ja, Betonung auf dem Präteritum. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich das lieber nicht tun sollen. Denn evolutionärer Fortschritt ist keiner zu erkennen. Ganz im Gegenteil.
Das neue Jahrzehnt beginnt also mit Tanzen von Rockstroh (1), mit Laut von Finger & Kadel (2, 3) und Riverside (Let's Go) (4). Und das hört man wirklich? Letzterer Song klingt irgendwie nach Durchfall und Hautkrätze für die Ohren. Der Beat von Laut erinnert an Falco (eigentlich an einen anderen Song, aber ich komme gerade nicht drauf. Doch Falco passt auch.) Außerdem fordert das Lied zum springen auf, wenn es rhythmisch so sehr passt wie ich als Nummer Eins Girl für die BILD und die Songwriter haben sich mal wieder selbst übertroffen:
"Hallo liebe Pornofreunde (...)
Schießen heut' aus allen Rohren
Da bleibt kein Mädel trocken (...)
Da bleibt kein Mädel trocken (...)
Pack mal deinen Arsch zur Seite
We need more space zum Springen!"
We need more space zum Springen!"
-.-
Kommen wir lieber zu Tanzen. Da hat ein youtube-Nutzer zumindest mit dem Hintergrundbild das Lied zu retten versucht. Dabei ist das doch gar nicht nötig. Ne, wirklich, den Song kann man durchaus hören, nach einer durchzechten Nacht um fünf Uhr, wenn man in der Disko ein wenig Dös-Musik benötigt. Rolf Zuckowski hätte es nicht besser hinbekommen.
Mein Fazit der aktuellen Party-Charts war also schon einmal ernüchternd. Dann entdeckte ich jedoch, dass Jein von Fettes Brot neu aufgelegt wird. Das klingt doch viel versprechend, dachte ich mir, Fettes Brot kann niemals falsch sein. Aber Fettes Brot von 1996 ist halt nicht mehr dasselbe wie Fettes Brot von 2010. Es ist immer traurig mit anzusehen, wenn Kult-Lieder Jahre oder Jahrzehnte später in Remixen verschändelt werden. Richtig weh tut es allerdings erst, wenn diese dreckige Arbeit auch noch von der gleichen Band erledigt wird. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Warum nur? Geldprobleme? Ich hätte auch gespendet, dem Erhalt des Guten zuliebe.
Schlussfazit: Entweder muss ich dankbar sein, weil ausgerechnet zu der Zeit meiner Abwesenheit die Partymusik-Branche mal eine Pause einlegt und ich also nichts verpasse oder...
War Disko-Musik schon immer so schlecht? Vielleicht hat nur der Nebel des Alkohols meine Sinne ausreichend betäubt in den letzten Jahren meiner Jugend. Ich befürchte letzteres. Und das ist doch zumindest ein schönes Argument, dem Alkohol weiter die Treue zu halten. Zurück in Deutschland wird also wieder richtig gesoffen. Womit wir auch wieder bei der Überschrift wären. Beruhigend zu wissen, dass sich nichts verändert.
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