Dienstag, 1. Juni 2010

Machtquartett

Auf ein Neues. Die Karten werden wieder gemischt. Köhler macht es möglich. Schon letztes Jahr bewies die deutsche Politik Einfallsreichtum. Da wurde Schäuble plötzlich vom Innen- zum Finanzminister umfunktioniert, Gutti von und zu vom Wirtschafts- zum Verteidigungsminister und Franz Josef Jung vom Verteidigungsminister zunächst zum Sozialminister um dort schon nach 33 Tagen seinen politischen Rücktritt zu erklären. Die Familienministerin von der Leyen wurde daraufhin Jungs Nachfolgerin, während ihr altes Ministerium von der angehenden Abiturierentin Kristina Schröder übernommen wurde. PLOPP.

Und nun: Koch geht, weil er keine Aussicht mehr auf eine bundespolitische Karriere hat. Wenige Tage später geht aber auch Köhler. Das heißt: Koch kommt wieder. Doch Bundespräsident kann er nicht werden, weil das Ausland zwar Merkel toleriert hat, aber eine weitere optische „Besonderheit“ den neuen deutschen Lena-Faktor schneller vernichten würde als er gekommen ist. Wohl fühlen würde sich Koch dagegen in seinem Spezialgebiet als Finanzminister. Schäuble könnte dann Bundespräsident... wobei man als Bundespräsident ja viel reisen muss und bestimmt nicht alle Regierungsgebäude behindertentauglich sind. Mal ganz abgesehen von der Thrombosengefahr. Stattdessen würde Schäuble sicherlich einen seriösen Wirtschaftsminister abgeben.

Der degradierte Brüderle könnte nun zum Präsidenten aufsteigen, wofür zwei gute Gründe sprechen: Wie Köhler 2004 käme Brüderle wie Phoenix aus der Asche. Den kennt ja sowieso keiner. Und außerdem wäre der FDP damit ein derart großes Zugeständnis gemacht worden, dass dann gleichzeitig auch noch Westerwelle als Außenminister abgesägt werden könnte. Westerwelle wäre eh viel passender aufgehoben als Finanzminister (so von wegen „niedrigeres, einfacheres und gerechteres Steuersystem“). Allerdings sitzt da erst seit zwei Minuten der Koch und der ist schlichtweg zu erfahren im Aussitzen als dass der sich nun noch vertreiben ließe. Deswegen mein Vorschlag zur gütigen Einigung: Der Freiherr und Westerwelle tauschen zuletzt einfach ihre Plätze. Das Guidomobil kurvt dann durch Afghanistan. Und Guttenberg lässt bezwiehungsweise macht weiterhin, was er sowieso schon seit seiner Entdeckung tut: Wer braucht schon politische Ideen und Konzepte, wenn er alles schön ins Blaue reden kann und das Volk ihn dafür liebt. Ist doch alles Gutti!

Keine Kommentare: