Sonntag, 27. September 2009

Musikalischer Wahnsinn

(die Überschrift sollte zunächst "Musikalischer Amok" lauten; aber zurzeit bekomme ich noch ganz gut mit, was in Deutschland so passiert.)

Die Filipinos sind schon ein sehr verrücktes Völkchen. Ich habe mich zwar mittlerweile sogar daran gewöhnt, dass dir immer mal wieder vor sich hinsummende Menschen entgegen kommen; auch schon daran, dass zum Beispiel selbst die Kassiererin vor deiner Nase plötzlich zu singen anfängt. Ebenfalls Standard sind die Karaoke-Maschinen an jeder Straßenecke und in jeder noch so kleinen Kneipe. Karaoke ist ein Muss.

Aber an dem Musikgeschmack könnte man schon noch feilen. Zunächst einmal liebt man hier den Pop, der auch bei uns die Charts rauf- und runterläuft. Dazu kommt noch eine ausgeprägte Leidenschaft für Hip Hop. Ganz neu war so die Erfahrung für mich, sich im Supermarkt wie in der Deutschen Black Area zu fühlen. Allerdings noch viel irritierender, eine stets aufs Neue ganz ganz merkwürdige Erfahrung ist es, wenn ich plötzlich bei Sonnenschein, fünfunddreißig Grad und Kokospalmen in Sicht-und Greifweite Weihnachtslieder vernehme.

Denn die Filipinos lieben Weihnachtssongs, insbesondere alle tausend Remixe von Jingle Bells. Fand ich bisher auch gar nicht mal so schrecklich, zumindest moralisch irgendwie, naja, immerhin nicht verwerflich. Aber gestern während einer schönen Samstagnacht, in der Disko, am 26. September. Das war wahrlich kein Moment, in dem ich erwartete, gleich zu "Last Christmas"(selbstverständlich wieder in ungewohnt grässlicher Remix-Fassung) zu tanzen. Und ich war wohl nicht einmal allein mit meinem Gedanken, direkt danach war Feierabend und der DJ entließ uns in unsere wohlverdienten Weihnachtsträume.

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