Mittwoch, 18. November 2009

Recht auf Tote

Erst vor wenigen Tagen verließ ich enttäuscht über "2012" das Kino und schämte mich ein wenig dafür, vorher lauthals geprahlt zu haben, das Werk stamme von einem deutschen Regisseur. Diese Gefühle wichen nun der Verwunderung. Einen Spiegel-Kommentar zum Film musste ich zumindest gleich zwei Mal lesen, weil ich nicht glauben konnte, was ich da las. Aber es stimmte:

"(...) Noch nie hat man einen Meteoriten in eine Gelsenkirchener Trinkhalle einschlagen sehen oder in eine oberschwäbische Stadtrandlage. Immer nur Weißes Haus, Eiffelturm oder Taj Mahal. Dabei hätte Deutschland so viele Publikumsmagneten zu bieten: die "Roswithastadt" Bad Gandersheim, das Panzermuseum in Munster, den Maschsee in Hannover (...)"

Da fordert Thomas Tuma also tatsächlich die Zerstörung Deutschlands - zumindest cineastisch. Neid auf fehlenden Kahlschlag. Ist das ein Fetisch? Das neue Schaulustigentum? Das Wort eines perversen Misanthropen? Zumindest dieses eine Mal ist es vielleicht besser, die Antwort nicht zu wissen.

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