Heute mal eine kompakt kleine Charakterisierung meiner Mitmenschen. Filipinos sind...
... offenherzige und kontaktfreudige Menschen. Ein Gang durch die Straßen ist nahezu unmöglich ohne von einem grinsenden Filipino angeschrien oder ohne dass einem hinterhergerufen wird: „Hey Joe!“, „Gimme your money“; „Gimme your wallet“. Sehr beliebte Fragen sind auch „Where are you going?“, „What are you doing?“ oder einfach die Zwischenform „What are you going?“, obwohl die Filipinos auf diese Fragen tatsächlich keine Antwort erwarten.
... gläubig. Im Gepräch mit einem Filipino fällt meist ein Satz sehr früh: „Are you Catholic?“ In der Hoffnung, meinen Status als Evangelik ein bisschen zu vertuschen, antwortete ich meist mit - wie ich finde unglaublich raffiniert- „Yes, I am Cristian“. Erst letzte Woche habe ich nun erfahren, dass die Filipinos tatsächlich unterscheiden zwischen einerseits Katholiken und andererseits Christen (=Evangeliken).
... keine Asiaten. Zumindest was den Umstand angeht, dass vielen Asiaten ein Gen zum Alkoholabbau fehle. Filipinos trinken gerne und überall. Sehr populär sind Tuba (Kokusnusswein) und Tanduay Rum. Und obwohl Bier genauso teuer wie Tuba oder Tanduay- und es dadurch auf die Menge bis zur Wirkung betrachtet deutlich teurer ist- sind zumindest zwei Biersorten sehr populär: San Miguel Pilsen und Red Horse Starkbier. Und besonders beim Tuba fängt man auch gerne mal Mittags an, spätestens abends kann man sich des offensichtlichen Alkoholismus kaum noch entziehen, auch von Fremden wird man immer wieder auf ein Gläschen eingeladen. Und dafür muss man eins wissen: Das Glas wird reihum und grundsätzlich auf ex getrunken, alles andere wäre unhöflich. Und Lippenherpes lässt grüßen.
...sehr lustig. Lachen gehört einfach in jedem Gespräch dazu. Es gibt einfach keine leichtere Methode, Miss-und Unverständnis, persönliche oder inhaltliche Probleme mir dem Gegenüber oder auch das in vielen Fällen verpönte „Nein“ zu demonstrieren und es gleichzeitig zu überdecken. Filipinos selber wissen untereinander dennoch immer, was gemeint ist. Sogar, wenn „ja“ gesagt wird, aber „nein“ gemeint ist. Fast so direkt wie die Faust ins Gesicht erscheint da schon die durchaus populäre Anwort: „Maybe later“.
... sehr fleißig. Und zwar alle. Immer und überall. Mittlerweile habe ich bei facebook so viele philippinische wie restliche Freunde. Dafür bekomme ich jetzt pro Tag statt wie früher vielleicht zwei oder drei mindestens zwanzig bis dreißig neue Mitteilungen über facebook-Aktiviäten meiner „Freunde“. Eine dreistellige Zahl an facebook-Freunden scheint Muss zu sein, eine meiner „Freundinnen“, die ich sogar persönlich kenne, bringt es auf ganze 1.468 Freunde (Stand 07. Dezember `09). Und im Jeepney(-Bus) holte eine meiner Freunde letzt sein Handy heraus – nicht wie ich dachte zum simsen – Filipinos LIEBEN SMS- sondern tatsächlich zum online facebooken.
Ob ich diese Liste weiter führen werde? Maybe later.
(Alle Angaben ohne Gewähr; Verallgemeinerungen ließen sich nicht immer vermeiden; außerdem kenne ich nur Filipinos aus Region 8 (Inseln Leyte und Samar; viel Provinz bis größere Kleinstadt)
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