Dienstag, 13. Oktober 2009

Öffentliche Verkehrsmittel

...gibt es hier nicht so, wie wir sie gewöhnt sind.

Züge: Keine. Soweit ich informiert bin, gibt es aber welche auf der Hauptinsel.

Jeepney: Der Bus der Philippinen. Um die 40 bis 50 Leute dürften wohl hineinpassen/ -gequetscht werden können. Wenn es zu voll wird, wird auch Dach und hintere Gepäckablage benutzt - wohl noch einmal ein Plus von locker 15 Menschen. Kosten: Pro gefahrenem Kilometer rund 1,5 Cent, die man zwischendurch oder beim Aussteigen selbstständig einem Geldeinsammler zukommen lässt.

Tricyle: Das Taxi der Philippinen, ein Motorrad mit angebautem Beiwagen. Da Filipinos nicht so groß sind, kriegen die da zur Not auch ihre acht bis zehn Mann drauf. Kosten: Mindestens dreifach so teuer wie ein Jeepney. Besser vorher den Preis aushandeln, sofern es keine kurze 8 bis 10-Cent-Strecke ist, sonst ihm einfach etwas in die Hand drücken und gehen.

Pedicab: Das unmotorisierte Fahrrad-Tricycle. Das am häufigsten vorkommende Fortbewegungsmittel, das ich gerade gestern zum ersten Mal benutzt habe. Es ist halt deutlich langsamer als alles andere und nur wenige Pesos (=1,5 Cent) günstiger.

Dafür kam ich gestern Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis. Nach einem feuchtfröhlichen Abend bat mir mein Freund an- Freund wird man hier im Grunde genannt, sobald die Namen ausgetauscht wurden-, dass er uns mit seinem Pedicab zur nächstgrößeren Straße bringen würde, wo wir dann ein Tricycle finden könnten.

Das ließ ich aber in dieser Form nicht mit mehr machen und schwang mich nach einiger Überzeugungskraft meinerseits selbst auf das Fahrrad. Dieses fuhr sich allerdings nicht ganz so leicht, insbesondere wohl deswegen, weil bis zu fünf Leute es sich mehr oder weniger gemütlich gemacht hatten. Nach wenigen Minuten (2) und einem Fast-Überschlag nach hinten (der nur durch das Abspringen der hinteren Personen verhindert wurde) fuhr dann jedoch wieder der philippinische Freund, während ich gemütlich nebenherschlenderte.

Und ein besonderes Bonbon gibt es auch noch. Ich habe am Sonntag eine Tricycle-Fahrt etwas außerhalb unserer kleinen Kleinstadt Palo gefilmt. Die zusammen geschnittene Version dürft Ihr hier bewundern.


Montag, 12. Oktober 2009

Mein Pasalubong für Germany

"Und was wirst du deiner Chefin aus dem Urlaub mitbringen?" Hört sich in unseren Ohren merkwürdig an, ist es hier allerdings keineswegs. Filipinos bringen, wenn sie weiter weg gereist sind, sogenannte "Pasalubong" mit, Mitbringsel für Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Dies sollen Kleinigkeiten sein, Spezialitäten aus der Region, in der man war.

Mittlerweile kenne ich auch eine der Spezialitäten aus meiner Region: Carabao Milk beziehungsweise Carabao Milk Pastillas. Das Carabao ist eine der Hausttierrassen des Wasserbüffels. Die Pastillas bestehen aus eben deren Milch und Zucker. Zwar sind sie ein bisschen bröselig, schmecken tun sie aber ganz gut, in der Art vielleicht wie Karamel-Milch-Sticks.

Freitag, 9. Oktober 2009

Veni Vidi Vici

Ich habe nichts dagegen, dass der Friedensnobelpreisträger 2009 schwarz ist. Ich habe auch nichts dagegen, dass er das Weiße Haus von innen kennt. Ganz im Gegenteil: Die Nominierung von George W. Bush für diesen Preis habe ich- aus Liebe zur Satire- sehr begrüßt. Aber müssen diese zehn Millionen schwedische Kronen nun wirklich an einen Menschen gehen, der beide Eigenschaften vereint? Na hoffentlich schafft er es von dem Geld dann wenigstens, seiner Gesundheitsreform einen neuen Schub zu verleihen, den Staat schuldenfrei zu machen und nebenbei den Weltfrieden zu gewährleisten.

Wobei es- wiederum aus Gründen der Ironie- sehr amüsant wäre, wenn Obama noch in diesem Jahr Russland, dem Iran und sowieso der gesamten muslimischen Welt den Krieg erklären würde. Schließlich wüsste man dann wieder die Eltern wert zu schätzen, die uns doch schon von klein auf predigten: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Google so richtig in die Mangel genommen

Vielleicht war das der Grund, warum man die Piratenpartei hätte in den Bundestag wählen sollen. Dann hätten die Abgeordneten dem ZDF sicher noch einmal ausführlich den Unterschied zwischen "Phishing" und "Fisting" erklären können.


Mittwoch, 7. Oktober 2009

Unser morgiges Frühstück



Hoffe mal, dass es ein bisschen zarter schmeckt als die letzten beiden.







Okay, ganz so schlimm ist es noch nicht, aber auch unser neues Haushühnchen wird wohl nur für den Zweck der Schlachtung (und ein paar Eier) gehalten.
Primär kennen die Filipinos vor allem eine Speise: Reis. Zum Frühstück. Zum Mittagessen. Zum Abendbrot. Als wir uns gestern ein (deutsches) Abendessen - Bratkartoffeln, Rührei und Steak - kreierten, machte unsere philippinische Mitarbeiterin große Augen: "Ist das alles? Wo ist der Reis?" Obwohl wir es ihnen schon mehrfach gesagt haben; eine Mahlzeit ohne Reis kann man sich hier nicht vorstellen. Es dient (extrem gesüßt) auch als Snack oder Dessert.


Und ansonsten? Gibt es hier vor allem Fisch und Fleisch. Darunter fast ausschließlich Rind oder Huhn. Und alles wird genutzt. So kam ich jeweils beim Barbecue (an den Straßen stehen ständig Stände) schon zu dem Vergnügen von Hühnerdarm und Hühnerleber. Was mir freundlicherweise erst danach mitgeteilt wurde. Meine Meinung: Zurecht in Deutschland nicht so sehr verbreitet.

Allgemein kann man noch sagen: Es gibt nicht so sehr würziges Essen, stattdessen ist alles ziemlich süß. Spaghetti kriegt man zum Beispiel immer mit einer süßlichen Ketchup-Soße serviert. Alles nicht sonderlich schlimm, aber auch nicht unbedingt der Megakracher. Dafür schmecken Mangos und Papayas göttlich. Vermissen werde ich dagegen deutsches Brot (hier gibt es nur zuckriges Weißbrot), Äpfel (nur Importware, nicht lecker), Spinat, Rot- und Grünkohl mit Pinkel.

Montag, 5. Oktober 2009

Alles Ansichtssache

Es gibt Videos, die können einem das Leben erleichtern. Tutorial-Videos zum Beispiel, die dem Single zeigen, wie man Spaghetti kocht, dem Studenten, wie Hausputz normalerweise ausschaut oder der Kanzlerin, wie man nach jahrelanger Suche vielleicht mal wieder auf ein Konzept stößt. Ich dagegen sehnte mich immer nach dem Medium, dass mir endlich die Arbeit abnehmen würde für den Fall, dass die Freundin mal wieder fragt: "Duhuuu, wie funktioniert eigentlich Abseits?" Et voilà: So schwierig ist es doch gar nicht. Schließlich ist im Leben vieles immer wieder nur eine Frage der Perspektive.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Veränderung Nummer Eins

Natürlich hat man mir gesagt, dass die Philippinen mich verändern werden. Ich habe sogar hin und wieder versucht, dem ganzen Glauben zu schenken. Dass das aber so schnell gehen kann, hat mich dann am Samstag schon überrascht. Ich war in heiterer Gesellschaft auf einem Schulfest von Filipinas umgeben, besonders eng von der allerherzlieblichsten Julie (gesprochen: Dschüljenn), meiner Arbeitskollegen, 21 Jahre alt und ebenfalls Volontärin.

Es begann alles ganz harmlos. Wir schlenderten über die kirmesartige Anlage, ich faszinierte mich voll und ganz von dem vorhandenen Fußballplatz - eine Rarität in dem absolut Basketball-fanatischen Land, in dem sonst eigentlich nur noch Volleyball eine größere Rolle spielt- und Julie fand den Mut, sich das erste Mal auf ein Pferd zu setzen.

Doch schließlich landeten wir bei einem Mann an einem Ort, den ich in Deutschland immer gemieden hätte. Aber auf den Philippinen ist alles anders, dachte ich mir und es kam mir so unwirklich vor, schon allein, weil ich bei der Hitze niemals voll bei Sinnen sein konnte und Julie mich auf Englisch einschwor. Ich lehnte zunächst ab, aber der Gecko reizte mich letztlich doch irgendwie. Schließlich ist der doch typisch filipinisch, an jeder Hausdecke in jedem Haus an jeder Ecke schwirren sie herum. Und nun auch noch für den Rest meines Lebens an meinem linken Oberarm.


Samstag, 3. Oktober 2009

Wir werden alle sterben

...aber bis dahin bleibt ja noch ein bisschen Zeit. Dies ist mit Abstand der bisher spannendste Tag auf den Philippinen. Damit hat aber kein Taifun der Welt zu tun. Spätestens Montag komme ich wieder zum schreiben. Jetzt wird erst einmal der Beer Drinking Contest gesucht, der hier auf Plakaten angepriesen wird.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Foto- Magie

Wie ich also bereits gestern erwähnte ist es gar nicht soo cool auf den Philippinen. Natürlich will ich aber trotzdem vermeiden, dass, wenn ich schon so viel leide, auch Ihr Leser (solidarisch mit mir) unglücklich seid. Eigens dafür habe ich mir hier nun ein Add-On für meine Kamera gekauft. Es ist eine Software, die jedes Bild automatisch bearbeitet und es positiv und glücklich erscheinen lässt. Also hier eine kleine- wenn auch künstliche- Bilderreihe:


Halb verhungerte und verheulte Kinder

Ein anderer Volontär am ertrinken

----------------------------------- Ich, vom Taifun durch die Luft geschleudert

Suche nach den Leichenteilen Weitere bitterböse Traurigkeit Überall giftige Schlingpflanzen

Kurzum, wir sind: Gefangen in der Ödnis