Ob es was zu bedeuten hat, dass ein youtube-Video mit demselben schlichten Titel wie dieser Beitrag fast 60 Millionen(!) Aufrufe hat? Mal sehen, wie viele diesen Post lesen werden.
Samstag, 28. Februar 2009
Gute Nachrichten
Ja, es ist eine schöne Nachricht: Monica Lierhaus, die erste Sportschau-Moderatorin der Welt, ist aus dem künstlichen Koma erwacht. Die Bild nennt es sogleich die "schönste Nachricht des Jahres". Liegt nahe, so etwas im Februar festzustellen. Folgende zukünftige Geschehnisse 2009 haben für die Bild also einen nicht ganz so hohen Stellenwert:
- Ufos landen vor Berlin! Suchen sie Obama?
- Tessa schwanger von Bohlen? Klum sauer!
- Bayern 2010 in Liga 2! - Klinsmann positiv getestet!
- Stinken die Aliens nach Klo?
- Tessa schwanger von Diego? Klum sauer!
- Bayern 2010 in Liga 3! Auch Hoeneß positiv!
- Tessa schwanger von Aliens? Klum sauer!
- Kaiser Franz: "So etwas wäre mir nicht passiert!" Unverständnis über Schwangerschaft
- Ein Land jubelt! Aliens stampfen Bild ein!
- Ufos landen vor Berlin! Suchen sie Obama?
- Tessa schwanger von Bohlen? Klum sauer!
- Bayern 2010 in Liga 2! - Klinsmann positiv getestet!
- Stinken die Aliens nach Klo?
- Tessa schwanger von Diego? Klum sauer!
- Bayern 2010 in Liga 3! Auch Hoeneß positiv!
- Tessa schwanger von Aliens? Klum sauer!
- Kaiser Franz: "So etwas wäre mir nicht passiert!" Unverständnis über Schwangerschaft
- Ein Land jubelt! Aliens stampfen Bild ein!
Donnerstag, 26. Februar 2009
Sauklaue
Heute war mal wieder einer dieser Klausuren, zu denen mir komischerweise immer dieselben zwei Personen einen Platz in der letzten Reihe freihalten. Wie freundlich, denke ich dann und mache mich heiter an die Arbeit.
Doch während eben jener Klausur wies mich der Lehrer dann doch noch auf einen Makel hin, der mir ein schlechtes Gewissen verschaffte. Sanftmütig schwebte er zu mir und flüsterte bedächtig, aber doch laut genug, dass man es im nahen Umkreis verstehen konnte: "Simon, schreib mal deutlicher. Robert kann deine Schrift nicht lesen."
Doch während eben jener Klausur wies mich der Lehrer dann doch noch auf einen Makel hin, der mir ein schlechtes Gewissen verschaffte. Sanftmütig schwebte er zu mir und flüsterte bedächtig, aber doch laut genug, dass man es im nahen Umkreis verstehen konnte: "Simon, schreib mal deutlicher. Robert kann deine Schrift nicht lesen."
Montag, 23. Februar 2009
Wie die Welt Hilter zu verstehen lernt
Jede Kultur hat so ihre Art, die Vergangenheit des Nationalsozialismus zu verarbeiten. Wir zum Beispiel haben Schule, Maybrit Illner und ab heute auch noch den Oskar-prämierten Kurzfilm "Spielzeugland".
Doch die Briten haben nun deutlich angemessener den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie schafften es nämlich als allererste, dem Organismus Hitler tatsächlich näher zu kommen. Denn Hitler war definitiv kein Mensch, sondern -und das wird umso deutlicher, je intensiver man seine Schriften liest- auf dem geistigen Niveau einer Katze. Was liegt also näher als auch die optischen Gemeinsamkeiten mit dem süßen Stubentiger zu unterstreichen. Die possierlichen Tierchen auf der Seite catsthatlooklikehitler.com heißen folgerichtig auch nicht kitten (dt.: Kätzchen) oder Hitlers, sondern Kitlers. Und die riesige Fangemeinschaft, die sich entwickelt hat, kann beruhigenderweise auch wenig mit der Utopie der Welteroberung anfangen.
Label:
Menschenkunde,
Tiere,
Weltgeschehen
Sonntag, 22. Februar 2009
Zitat des Tages
"Wenn ich Lehrer werde, dann nur, weil ich zu viele Pornos gesehen habe."
Ob es, meine lieben Pädagogen, Zeit für unangenehme Fragen wird?
Ob es, meine lieben Pädagogen, Zeit für unangenehme Fragen wird?
Donnerstag, 19. Februar 2009
You are so sexy
Als uns im Unterricht der Umgang mit Kondomen gelehrt wurde, bekam ich zum ersten Mal so richtig Lust auf Sex. Mit zehn hatte ich also mein erstes Mal und ab elf Jahren trieb ich es mit täglich wechselnden Partnern und Partnerinnen und in Gruppen von mindestens fünf Personen. Das alles suggeriert zumindest die extreme christliche Rechte der USA.
Ganz klar also, dass an Schulen die Aufklärung über Präservative streng verpönt ist Und versucht wird, den Jugendlichen mit allen Mitteln die Lust an der Liebe zu nehmen. So bekamen Schulen unter Bush eine finanzielle Förderung nur dann, wenn die die Jungfäulichkeit propagierten. 100 Millionen Dollar gab die Regierung beispielsweise für die "Just wait!"-Kampagne aus und Sprüche wie "VIRGIN. Teach your kid it's not a dirty word." zieren sogar die Highways.
Ich persönlich find's ja klasse. Müssten doch sogar die Altfernhäutchen wissen, dass Jugendliche nur allzu gerne und allzu leidenschaftlich ihre Rebellionsphase gegen alles von oben Unerwünschte ausleben. Oder sollte man besser sagen: auslieben? Studien belegen, dass der Sexualkundeunterricht an Schulen im Bezug auf die Sexhäufigkeit nichts ändert. Nur benutzen Unaufgeklärte seltener Kondome dabei. Die Folgen durfte die 17-jährige Tochter der Erzkonservativen Sarah Palin gebären. Und in Großbritanien dürfen sich jetzt diverse Jungs im Alter von 13 bis 15 um ein Neugeborenes prügeln. Welch ein Erfolg der Kirche. Glückwunsch, so wird es zumindest mit der Arterhaltung des Menschen etwas.
Quellen: Zeit Online, SPON
Ganz klar also, dass an Schulen die Aufklärung über Präservative streng verpönt ist Und versucht wird, den Jugendlichen mit allen Mitteln die Lust an der Liebe zu nehmen. So bekamen Schulen unter Bush eine finanzielle Förderung nur dann, wenn die die Jungfäulichkeit propagierten. 100 Millionen Dollar gab die Regierung beispielsweise für die "Just wait!"-Kampagne aus und Sprüche wie "VIRGIN. Teach your kid it's not a dirty word." zieren sogar die Highways.
Ich persönlich find's ja klasse. Müssten doch sogar die Altfernhäutchen wissen, dass Jugendliche nur allzu gerne und allzu leidenschaftlich ihre Rebellionsphase gegen alles von oben Unerwünschte ausleben. Oder sollte man besser sagen: auslieben? Studien belegen, dass der Sexualkundeunterricht an Schulen im Bezug auf die Sexhäufigkeit nichts ändert. Nur benutzen Unaufgeklärte seltener Kondome dabei. Die Folgen durfte die 17-jährige Tochter der Erzkonservativen Sarah Palin gebären. Und in Großbritanien dürfen sich jetzt diverse Jungs im Alter von 13 bis 15 um ein Neugeborenes prügeln. Welch ein Erfolg der Kirche. Glückwunsch, so wird es zumindest mit der Arterhaltung des Menschen etwas.
Quellen: Zeit Online, SPON
Dienstag, 17. Februar 2009
Caren Miosga
...hat sicherlich den schönsten Namen aller Tagesschau-Sprecher/innen. Doch was sie gestern nach vier Minuten Tagesthemen sagte, irritierte mich zutiefst. Da hieß es plötzlich: "Ja, während man sich also noch in einer Arbeitsgruppe 'ne Weile Gedanken macht, ob die Daten von Arbeitnehmern in Firmen vielleicht bald sicherer werden, sollten wir uns vielleicht auch öfter mal fragen: 'Was passiert eigentlich mit jenen Daten, die wir tagtäglich ins Internet stellen? Um einzukaufen, Leute kennen zu lernen oder Hustenbonbos zu essen.'"
Häää!?! Was ist denn beim Ersten los? Hustenbonbons im Internet essen? Die Seite will ich sehen! Und vielleicht kann man da dann ja auch Kekse naschen, Tee schlürfen und sich danach gesättigt zur Mittagsruhe begeben. Das bringt mich auch auf die Idee, dass eine in Deutschland populäre Fast Food-Kette den Makel hat, keinen McLieferdienst anzubieten. Das world wide web könnte die Lösung bringen.
Na gut, Spaß beiseite. Ich möchte Caren ja nicht Unrecht tun. Einen trockenen Hals hatte sie, weshalb sie sich entschuldigte und fortfuhr: "Dies [Husenbonbons essen; der Blog] muss ich jetzt nachholen. Bitte gucken Sie sich den Film an." Ah, okay, ich verstehe und wünsche gute Besserung.
Gute Besserung würde ich aber nicht dem Produzenten des darauffolgenden Filmes wünschen, den ich mir doch "bitte [an]gucken" sollte. Denn als Beispiel eines sozialen Netzwerkes wurde myspace gezeigt. Und als Beispiel einer Person, über die "jeder lesen kann, wer wir sind und was wir gerne tun": Tom*. Grandios. Welch ein Exempel. Danke Ihr Datenschützer.
* Who's Tom? Bei myspace auf jeden Fall immer dein erster Freund, ob du's willst oder nicht
Häää!?! Was ist denn beim Ersten los? Hustenbonbons im Internet essen? Die Seite will ich sehen! Und vielleicht kann man da dann ja auch Kekse naschen, Tee schlürfen und sich danach gesättigt zur Mittagsruhe begeben. Das bringt mich auch auf die Idee, dass eine in Deutschland populäre Fast Food-Kette den Makel hat, keinen McLieferdienst anzubieten. Das world wide web könnte die Lösung bringen.
Na gut, Spaß beiseite. Ich möchte Caren ja nicht Unrecht tun. Einen trockenen Hals hatte sie, weshalb sie sich entschuldigte und fortfuhr: "Dies [Husenbonbons essen; der Blog] muss ich jetzt nachholen. Bitte gucken Sie sich den Film an." Ah, okay, ich verstehe und wünsche gute Besserung.
Gute Besserung würde ich aber nicht dem Produzenten des darauffolgenden Filmes wünschen, den ich mir doch "bitte [an]gucken" sollte. Denn als Beispiel eines sozialen Netzwerkes wurde myspace gezeigt. Und als Beispiel einer Person, über die "jeder lesen kann, wer wir sind und was wir gerne tun": Tom*. Grandios. Welch ein Exempel. Danke Ihr Datenschützer.
* Who's Tom? Bei myspace auf jeden Fall immer dein erster Freund, ob du's willst oder nicht
Samstag, 14. Februar 2009
Ein Schäfer wird Gangsta
Höre gerade ein Radiointerview mit dem eigentlichen Helden des vergangenen politischen Jahrzehnts. Mit dem, der die Hessen-SPD auf sagenhafte 23,7% der Wählerstimmen führte. Ehrfürchtig nennen ihn Freunde und Feinde nur "TSG", eine seinen Erfolgen angemessene Anspielung auf die Fußballelf aus Sinsheim, die TSG 1899 Hoffenheim.
Zunächst einmal machte ich das Radio an und hörte Coolio mit Gangsta's Paradise. Ein für das Norwestradio doch mehr als erstaunlicher Umstand, der mich fragen ließ, ob jemand an meinem Radio rumgefummelt habe. Doch dann wurde TSG begrüßt und das erste Thema war tatsächlich das Lied Gangsta's Paradise. Denn Thorsten habe sich das Lied "über Ecken indirekt" gewünscht. "Eine Anspielung auf Hessen unter Koch?"
Doch der Schäfer winkte ab und erklärte: "Nein, das ist das Lied von meiner Frau und mir." Und dann berichtete er von einer WG-Party bei ihm, auf die auch seine zukünftige Frau, "damals noch mit Freund", gekommen sei. Dann lief dieses Lied und seine Frau hätte daraufhin einer Freundin einen Brief geschrieben um mitzuteilen: "Thorsten hat einen unsäglichen Musikgeschmack." Das und die Tatsache, dass er keinen Walzer tanzen könne, inspirierte den Gümbel so sehr, dass er das Lied auf seiner Hochzeit gespielt haben wollte und den DJ bat, ein Walzerstück nach zehn Sekunden "auf Coolio umzuswitchen. Das hat geklappt".
Eine wirklich rührende politische Geschichte. Und was das Interview angeht: Nichts mehr, was danach kam, hatte einen derart hohen substanziellen Inhalt.
Zunächst einmal machte ich das Radio an und hörte Coolio mit Gangsta's Paradise. Ein für das Norwestradio doch mehr als erstaunlicher Umstand, der mich fragen ließ, ob jemand an meinem Radio rumgefummelt habe. Doch dann wurde TSG begrüßt und das erste Thema war tatsächlich das Lied Gangsta's Paradise. Denn Thorsten habe sich das Lied "über Ecken indirekt" gewünscht. "Eine Anspielung auf Hessen unter Koch?"
Doch der Schäfer winkte ab und erklärte: "Nein, das ist das Lied von meiner Frau und mir." Und dann berichtete er von einer WG-Party bei ihm, auf die auch seine zukünftige Frau, "damals noch mit Freund", gekommen sei. Dann lief dieses Lied und seine Frau hätte daraufhin einer Freundin einen Brief geschrieben um mitzuteilen: "Thorsten hat einen unsäglichen Musikgeschmack." Das und die Tatsache, dass er keinen Walzer tanzen könne, inspirierte den Gümbel so sehr, dass er das Lied auf seiner Hochzeit gespielt haben wollte und den DJ bat, ein Walzerstück nach zehn Sekunden "auf Coolio umzuswitchen. Das hat geklappt".
Eine wirklich rührende politische Geschichte. Und was das Interview angeht: Nichts mehr, was danach kam, hatte einen derart hohen substanziellen Inhalt.
Dienstag, 10. Februar 2009
Ein Glas Trost für Glos
Der arme arme Michael. Wie wurde er gehänselt und gefoppt. Er war immer bloß der Mopp- nur wischen wollte leider keiner. Wo blieb der nötige Respekt? Schließlich hätte es kaum ein Wirtschaftsminister geschafft, ausgerechnet in der größen Wirtschaftskrise seit 80 Jahren so ruhig zu bleiben. Quasi hinter der Bühne in Morpheus' Armen zu verweilen. Sagte nicht Merkel selbst einmal, ihr Vorsatz für das neue Jahr sei es, mal wieder ordentlich auszuschlafen?
Der Michael konnte tun, was er wollte. Stets war er an allem Schuld. Was schon in Lönneberga bekannt, galt ebenso in Berlin. Kein Wunder, dass er sich bei diesem argwöhnischen Zweifeln nicht auch noch traute, Reformen vorzuschlagen. Er versuchte sich zu wehren, doch seine Metaphern blieben fragwürdig, wie wir hier schon erfahren hatten. Allerdings: Was erwartet man denn von einem Mann, der zu den Gerüchten, in Merkels Kabinett aufgenommen zu werden, 2005 noch sagte: "Ich hoffe, dass es meinem Land nie so dreckig geht, dass es auf Leute wie mich zurückgreifen muss." So sahen wir drei Jahre mit hängenden Köpfen, dass sich unser Land tatsächlich ganz schön in der Scheiße befinden musste.
Die Warnung brauchen wir jetzt nicht mehr. Wir wissen, dass es steil bergab geht. Merkel versprach uns unser "Jahr der schlechten Nachrichten". Dass auch diese eine gute dabei sein werde, verschwieg sie. Denn dank von Guttenberg hat jetzt auch die Bild endlich mal wieder qualitativ ihr Titelblatt schmücken können.
Der Michael konnte tun, was er wollte. Stets war er an allem Schuld. Was schon in Lönneberga bekannt, galt ebenso in Berlin. Kein Wunder, dass er sich bei diesem argwöhnischen Zweifeln nicht auch noch traute, Reformen vorzuschlagen. Er versuchte sich zu wehren, doch seine Metaphern blieben fragwürdig, wie wir hier schon erfahren hatten. Allerdings: Was erwartet man denn von einem Mann, der zu den Gerüchten, in Merkels Kabinett aufgenommen zu werden, 2005 noch sagte: "Ich hoffe, dass es meinem Land nie so dreckig geht, dass es auf Leute wie mich zurückgreifen muss." So sahen wir drei Jahre mit hängenden Köpfen, dass sich unser Land tatsächlich ganz schön in der Scheiße befinden musste.
Die Warnung brauchen wir jetzt nicht mehr. Wir wissen, dass es steil bergab geht. Merkel versprach uns unser "Jahr der schlechten Nachrichten". Dass auch diese eine gute dabei sein werde, verschwieg sie. Denn dank von Guttenberg hat jetzt auch die Bild endlich mal wieder qualitativ ihr Titelblatt schmücken können.
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