Ob das auch damals passiert wäre, als Recherche noch mühsamen Zeitaufwand bedeutete? Der Google-Translator ist sicherlich manchmal ganz praktisch. Aber zuweilen sollte man sich doch einmal vergewissern, bevor man etwas hunderte bis tausende Male auf ein T-Shirt druckt.
Dienstag, 19. Januar 2010
Dienstag, 5. Januar 2010
Obi Wan Knobi
Als am Neujahrsmorgen in Katerstimmung die Lust aufkam. So werden es sich Mathis und Peter wohl gedacht haben, als sie zu mir kamen und um eine Ode an den Knoblauch baten. In Kooperation mit dem Rhymer, Busta Rhymer und einigen Musen entstand das Werk:
Obi Wan Knobi
Knobi, Knobi!
Ajoli, Ajoli!
Adobo, Adobo!
Oglio, Oglio!
Knofi-Ba-Gette. Kette des Glücks.
Knobi, was gibt es nicht von dir, du geile Knolle
Ich find dich ganz tolle
Wenn der Saft aus deinen Zehen spritzt.
Meine Nase möchte dich riechen
Meine Lippen dich umschließen
Meine Zunge dich genießen
Und dann mit dir gediegen
Im Strome des Genusses wiegen.
Nun dringst du mir aus allen Poren
Ich fühle mich gesund und froh
So mache ich mich unverfroren
Auf zu meiner Perle Dorio.
Doch diese sagt: Du riechst zu sehr.
Und diese macht nun mit mir Schluss
Drum setz ich mir den nächsten Schuss
High auf Knofi, wunderbar
Bin ich geflasht bis zum nächsten Jahr.
Ajoli, Ajoli!
Adobo, Adobo!
Oglio, Oglio!
Knofi-Ba-Gette. Kette des Glücks.
Knobi, was gibt es nicht von dir, du geile Knolle
Ich find dich ganz tolle
Wenn der Saft aus deinen Zehen spritzt.
Meine Nase möchte dich riechen
Meine Lippen dich umschließen
Meine Zunge dich genießen
Und dann mit dir gediegen
Im Strome des Genusses wiegen.
Nun dringst du mir aus allen Poren
Ich fühle mich gesund und froh
So mache ich mich unverfroren
Auf zu meiner Perle Dorio.
Doch diese sagt: Du riechst zu sehr.
Und diese macht nun mit mir Schluss
Drum setz ich mir den nächsten Schuss
High auf Knofi, wunderbar
Bin ich geflasht bis zum nächsten Jahr.
Montag, 4. Januar 2010
Ende einer Reise
Und da lag er auf einmal abgefuckt mit Kater und so in einer Jugendherberge in Cebu City, der drittgrößten Stadt der Philippinen. Die Übernachtung kostet mich keine vier Euro und die große SM Mall ist auch nur wenige hundert Meter entfernt. Nur der Grund ist ein wenig weniger erfreulich: Ich habe meinen Flug zurück in die Heimat Tacloban verpasst. Ich war zwölf Minuten zu spät. Und keiner ließ mich mehr an Bord gehen. Dabei sollte die Maschine doch erst drei Minuten später starten. Und auf den Philippinen ist man normalerweise Filipino-Zeit gewöhnt. Das bedeutet: Treffen ist immer locker eine Stunde später als angekündigt. Aber nichts da, bei Flügen scheint es keine Gesetze zu geben.
Aber es geht mir gut. Sehr gut sogar. Im Bus nach Cebu durfte ich gestern nämlich einen Filipino mitte Zwanzig kennen lernen, neben den ich mich nur setzte, weil ein Filipino mit einem modern aussehenden Handy und einem Laptop in der Hand einfach so aussieht, als habe er Kohle, als könne er Englisch, als sei er cool. Ich sollte mit allem recht behalten. Und jener Anthony hat mir dann eine lustige Nacht in Cebu City ermöglicht. Gleicher Dank geht auch an Div, den Filipino, ebenfalls mit Laptop, den ich am Flughafen im Café einfach mal so ansprach und der mir das Jugendherbergs-ähnliche Hotel empfahl, die vermutlich günstigste Unterkunft in ganz Cebu. Und beide Filipinos arbeiten -natürlich- auf Luzón, der Insel der Städte, des Geldes und der Hauptstadt Manila. Wenn ich also dort meinen Urlaub verbringen sollte: Genügend Kontakt habe ich schon mal.
Und wenn mich meine Laune irgendwann treiben sollte, dann fahr ich zurück in die Heimat. Aber per (Schnell-)Fähre. Das dauert zwar länger (6 Stunden?) als Flug, kostet mich dafür aber dann nur rund 10 Euro. Während der Flug alleine rund eine halbe Stunde in Anspruch nähme, aber mit den Kosten bei leicht etwas mehr als 20 Euro läge. Ja, man lernt, mit Geld umzugehen hier.
Montag, 21. Dezember 2009
Sonntag, 20. Dezember 2009
Aufregende Tage
Am Donnerstag habe ich meine neue Lieblings-Karaoke-Bar gefunden. Und dort sogleich "Fuchs Du Hast" (die Gans gestohlen/ Gib sie wieder her/ Gib sie wieder her...) und "Hänschen Klein" (ging allein in die weite Welt hinein...) zum besten gegeben. Es gibt dort mit zum Beispiel "Hänsel und Gretel" noch weitere deutsche Volks- beziehungsweise Kinderlieder im Angebot. Die meisten Lieder sagten mir jedoch nichts, zumindest nicht dem Namen nach. Die gilt es in den nächsten Monaten kennen zu lernen.
Am gleichen Abend habe ich eine sehr coole 5er-Gruppe getroffen, alle so um die 22 Jahre alt. Vier davon sind Jura-Studenten, der fünfte legt sehr viel Wert auf sein Hip-Hopper-Image. Und der offensichtlich wohlhabendste besitzt nicht nur ein eigenes, sehr ansprechendes Auto, sondern hat mir auch noch derart oft "Und wann immer du hier etwas benötigt: Ich kann dir das arrangieren" gesagt, dass ich das mittlerweile sogar glaube. Solche Kontakte sind einfach zum gern haben.
Am Freitag habe ich endlich Inglourious Basterds gesehen (oder war das sogar schon am Vortag?), der überraschend wieder im Kino gezeigt wurde. Hammer. Ähnlich gut war am Abend auch das Konzert zum ersten "I love Tacloban"-Day. Viele Bands gaben ihre drei, vier besten Songs zum besten und da war wirklich einiges zum genießen. Und das sogar ohne Alkohol, da ich ja immer noch fleißig Antibiotika nehme. Die Wunde scheint erfolgreich zu verheilen.
Gestern dann (zum 100. Geburtstag des BVB) trug ich standesgemäß ein Hemd der Borussia und spielte ich das erste Mal auf den Philippinen Fußball. Ich hatte von einem wöchentlichen Fußball-Treff gehört, musste dann vor Ort aber feststellen, dass "wegen Weihnachten" niemand da war. Zum Glück hatte ich jedoch auf dem Weg vom Jeepney aus völlig überraschend zwei Mannschaften gesehen, die bereit zum Anstoß standen.
Ich fuhr dorthin zurück, schaute mir ein High-School-Spiel (13 bis 16 Jahre) an und wurde danach noch zum kurzen kicken eingeladen, bis es dunkel wurde. Ein richtiges Spiel war allerdings nicht möglich, gefühlt hundert Kinder stürmten mit Theo und mir den Platz. Dann kam jedoch auch noch eine Gruppe von vier Erwachsenen auf mich zu, die mich - wie der Trainer der High-School-Mannschaft- in ihr Team einluden (sie lockten mich mit Turnieren quer durch Leyte und sogar auf andere Inseln). Wir verabredeten uns für den nächsten Tag (6:30 Uhr morgens!) und folgerichtig ging ich frühzeitig und vorfreudig ins Bett.
Ich fuhr dorthin zurück, schaute mir ein High-School-Spiel (13 bis 16 Jahre) an und wurde danach noch zum kurzen kicken eingeladen, bis es dunkel wurde. Ein richtiges Spiel war allerdings nicht möglich, gefühlt hundert Kinder stürmten mit Theo und mir den Platz. Dann kam jedoch auch noch eine Gruppe von vier Erwachsenen auf mich zu, die mich - wie der Trainer der High-School-Mannschaft- in ihr Team einluden (sie lockten mich mit Turnieren quer durch Leyte und sogar auf andere Inseln). Wir verabredeten uns für den nächsten Tag (6:30 Uhr morgens!) und folgerichtig ging ich frühzeitig und vorfreudig ins Bett.
Und heute nun habe ich zum ersten Mal richtig gedaddelt. Zwar waren wir nur zu fünft, aber nach der langen Durststrecke von mehr als drei Monaten ohne meine Liebe tat das dem Spaß keinen Abbruch. Abbrechen musste am Ende jedoch ich um kurz vor zehn Uhr, weil die Sonne einfach zu stark für mich wurde. Danach durfte ich dann auch noch der Gruppe mit auf ihr "Freizeit-Boot" folgen, wo ich zu einem Frühstück/Mittagessen? (das Essen ist eh immer das gleiche) eingeladen wurde.
Dabei erfuhr ich weitere Details über den Jüngsten von uns, dem 18-jährigen Sohn des Torhüters, der tatsächlich seit September in der Jugendnationalmannschaft (U19) der Philippinen spielt. Erst Anfang Dezember hatte ihm das eine Reise nach China ermöglicht, "mit Schnee und kalt und so", wie er sagte. Da kam ich glatt ins Schwärmen, nicht unbedingt wegen des Schnees, aber: Ich kenne nun einen Fußball-Nationalspieler persönlich! Wirklich fußballerisch überlegen scheint er mir jedoch nicht zu sein. Das Land hat es halt doch eher mit dem Basketball. Soll mir recht sein, so darf ich mich dann hier wenigstens wie ein Fußball-Superstar fühlen.
Und morgen geht es in den Urlaub zu anderen Freiwilligen auf Negros, wo Weihnachten und Neujahr standesgemäß am Strand gefeiert werden werden.
Dabei erfuhr ich weitere Details über den Jüngsten von uns, dem 18-jährigen Sohn des Torhüters, der tatsächlich seit September in der Jugendnationalmannschaft (U19) der Philippinen spielt. Erst Anfang Dezember hatte ihm das eine Reise nach China ermöglicht, "mit Schnee und kalt und so", wie er sagte. Da kam ich glatt ins Schwärmen, nicht unbedingt wegen des Schnees, aber: Ich kenne nun einen Fußball-Nationalspieler persönlich! Wirklich fußballerisch überlegen scheint er mir jedoch nicht zu sein. Das Land hat es halt doch eher mit dem Basketball. Soll mir recht sein, so darf ich mich dann hier wenigstens wie ein Fußball-Superstar fühlen.
Und morgen geht es in den Urlaub zu anderen Freiwilligen auf Negros, wo Weihnachten und Neujahr standesgemäß am Strand gefeiert werden werden.
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Erste Krankenakte
Es war an einem harmlosen Samstagabend vor eineinhalb Wochen, als ich beim Spiel im Wasser den Fußball mehr als unglücklich (oder war es doch einfach nur ungeschickt?) mit dem linken großen Zeh traf. Es schmerzte sofort, doch das Adrenalin, endlich mal wieder Kontakt mit Fußball (und gleichzeitig mit Wasser) zu haben, ließ mich über die Schmerzen hinweg sehen. Später sollte auch noch (oral aufgenommener) Alkohol mithelfen.
Als ich dann am Sonntagmittag zum ersten Mal wieder Schlaf fand, weckte mich nach wenigen Stunden ein äußerst markantes Zucken durch das gesamte linke Bein. "Scheiße", war sicherlich mein erster Gedanke. Ich hatte vergessen, den Zeh, an dem mittlerweile Haut aufgeplatzt war, also die Wunde zumindest mit Iod oder Alkohol (als Antiseptikum direkt auf die Wunde versteht sich) zu behandeln. Stattdessen bin ich sogar mehrmals schwimmen gegangen, eine wahre Bakterienschleuder. Besonders auf den Philippinen, ich erinnere daran: Wundheilung ist hier eine Katastrophe, Eiter an jeder noch so kleinen Wunde die Regel. Nun hatte sich wohl mein komplettes Bein entzündet, ähnliche (Horror-)Geschichten gab es auch schon von anderen Freiwilligen.
Aber es wurde besser. Schon am Montagmorgen tat nur noch der große geprellte Zeh weh. Ich hatte wohl noch einmal Glück gehabt. Nur die Wunde direkt rechts neben dem Zehennagel wollte einfach nicht verheilen, trotz reger Plaster- und Bepanthenbehandlung. Es wurde sogar schlimmer, sprich schmerzhafter, oft weckte mich der Schmerz in der Nacht, wenn ich mit dem Zeh irgendetwas berührt hatte. Als nun am Wochenende, eine Woche danach, wieder Blut über meinen Zeh floss, ich erkannte, dass neue Haut über den Nagel zu wachsen drohe und nachdem mich mein Mitbewohner penetrant und immer weniger liebevoll anraunzte, was so mit mir ginge, da stand dann irgendwann fest: Es geht zum Arzt. Sprich ins Krankenhaus.
Da war ich nun gestern und es war eine Erfahrung. Zunächst einmal war das Krankenhaus so schrecklich wie ein deutsches: Man muss warten. Viel warten. Und zwar auf einen speziellen Doktor. Denn nach der Anmeldung wurde ich zu "meinem" persönlichen Doktor geschickt. Nach einiger Zeit verwies mich dessen Sekretärin zu einer anderen Ärztin. Und nach einigen Stunden und einem "Oh, ihr seid ja immer noch da" schickte mich die gleiche Sekretärin zu einem Arzt, wo ich dann aber auch sofort an die Reihe kam.
Der Arzt fragte mich nach einem Blick von seinem Schreibtisch aus, ob ich den Zeh noch bewegen könne. Konnte ich, dann wurde ich zum X-Ray (?) geschickt. Dort bekam ich zunächst nur eine Rechnung über 4,50 Euro in die Hand gedrückt, die ich am Haupteingang bezahlen sollte. Die Bestätigung über die erfolgte Bezahlung legte ich wieder am X-Ray vor und dann sollte ich endlich verstehen, was X-Ray überhaupt ist: Röntgen.
Und beim Röntgen stellte ich fest, wie konservativ deutsche Ärzte doch sind: Ablegen von Portemonnaie, Schlüssel und Abschalten vom Handy. Das alles muss doch nicht sein. Und von einer Bleiweste war auch weit und breit keine Spur. Dafür wurde zumindest die Holztür zugeschoben, die nur durch einen Spalt von wenigen Zentimetern einen Blick nach draußen auf den Flur gewährte, wo die Patienten, kurz danach auch ich, saßen. Das ist spannend. Immer, wenn das Licht rot leuchtet, denkt man sich: "Juhuu, und wieder eine kostenlose Strahlendosis." Mein Beileid auch an die Ärzte, beim Röntgen mit mir befanden sich gleich zwei von ihnen mit im Raum. Madame Marie Curie lässt grüßen.
Einen Gruß möchte ich nun auch an meinen Arzt schicken. Nachdem er die Existenz der Röntgenbilder feststellte, kündigte er an, dass ich morgen doch wieder kommen solle, er werde dann meinen großen Zeh entfernen. Vorher bekäme ich aber lokal noch drei Betäubungsspritzen, damit ich nicht zu große Schmerzen hätte. Ich fragte, ob das wirklich sein müsse, er antwortete: "Ja, das muss sein. Sonst kann ich nicht sicher sein, dass die Entzündung auch wirklich zurück geht." Aber ich war mir schon viel länger nicht mehr sicher. Und irgendwie vertraute ich ihm nicht. Ich werde nach Möglichkeit nie wieder meine Füße in dieses Krankenhaus stecken. Dafür sind mir meine Nägel zu kostbar. Und gibt es nicht auch diesen Spruch: An dem Zehennagel des Mannes erkannt man seinen Hannes? Für Kastration bin ich definitiv noch zu jung.
Dafür nehme ich jetzt die Antibiotika, die er mir verschrieben hat. Und hoffe, dass das schon ausreichen wird. Für einen durch das deutsche Gesundheitssystem verwöhnten Freiwilligen sind die Kosten nämlich auch hoch genug: Pro Tablette 1,35 Euro macht bei zwei Tabletten am Tag über mindestens sieben Tage...wie ich sagte genug. Obwohl ein englischer Bekannter, den ich beim Kauf an der Apotheke zufällig traf und dem ich mein Leid schilderte, nur knapp antwortete: "Ja, du hast Recht. In diesem Land ist echt alles ziemlich günstig." Ich erwiderte nicht mehr, werde ich doch wohl hoffentlich auch nie erfahren, wie viel mich eine Zehennagel-OP gekostet hätte.
Sonntag, 13. Dezember 2009
Filipinos sind... Teil 2
Ja, schon jetzt habe ich bemerkt, dass ich einen wesentlichen Aspekt vergessen habe. Schande über ein Haupt. Denn wie konnte man das nur vergessen. Filipinos sind (natürlich)...
... schwul. Ganz ohne Ironie und mal nicht als Schimpfwort gemeint. Aber Ladyboys gehören hier einfach zum Alltag dazu wie die Autos auf die Straße. Überall sind sie. Und von uns auch noch besonders prägnant und oft wahr genommen, da Ladyboys in der Regel nicht so schüchtern sind wie Otto Normafilipino und uns noch lieber einfach mal so auf der Straße, beim Barbecue oder in der Bar ansprechen. In der Regel sind sie aber auch nicht zu aufdringlich und durchaus auszuhalten.
Zahlreiche Ladyboys sind also der offensichtliche Unterschied in der Gesellschaft verglichen zu Deutschland. Was mir mit der Zeit aber immer bewusster wurde: Tatsächlich sind auch viele Männer schwul, denen man das auf den ersten Blick überhaupt nicht ansieht. Dass zum Beispiel zwei Freunde von mir - eigentlich die beiden einzigen männlichen Bekanntschaften aus meinem Freundeskreis, mit denen ich häufiger Kontakt habe- dass eben diese beiden Männer nicht nur schwul sind, sondern selber auch noch ein Pärchen bilden, das wusste ich mit letzter Gewissheit erst nach über einem Monat.
In Prozent ist es schwierig auszudrücken, ich würde aber tatsächlich vermuten, dass in meinem Umkreis fast jeder fünfte Mann schwul ist. Zu manchen Anlässen ist der Anteil sogar deutlich höher. Denn Homosexuelle und besonders Ladyboys sind sozusagen in einer eigenen, sehr angesehenen "Kaste". Sie gelten als besonders einfühlsam und emotional sowie sozial intelligent. Und so kommt es dann, dass auf der "LeadCon" gefühlte 90% der männlichen Teilnehmer schwul waren.
(LeadCon: "Leders' Conferenz"; das war ein mehrtägiges Meeting für junge engagierte Menschen, auf dem einige Vertreter aus Politik und Wirtschaft (z.B. von Coca Cola) Vorträge gehalten haben.)
Dienstag, 8. Dezember 2009
Gefühl des Glücks
Es ist 4:48 (morgens) auf den Philippinen. Draußen ist es noch dunkel. Soeben wurde das erste Bier geöffnet. Erfrischend perliger Geschmack. Schließlich sind es selbst jetzt schon über 20 Grad. Für genaue Temperaturen habe ich hier kein Gespür.
Keine Sorge, das ist weder krank noch immer so, sondern heute ist nun einmal der große Champions-League-Tag, Finalspiele für die Bayern und Wolfsburg ums Weiterkommen. Deswegen sind der Lukas und ich um kurz nach drei aufgestanden, ins Büro gegangen und eben dort dank W-Lan und deutscher Radio-Live-Streams voll dabei und gebannt. Die zweite Halbzeit hat soeben angefangen und Stand jetzt wären beide deutsche Mannschaften ausgeschieden. Es kann also nur besser werden. Und das ist ja schon einmal eine gute Ausgangsposition.
Und im Moment des letzten Satzes fällt das 2:1 für die Bayern. Die sind also schon einmal weiter. Und die Italiener draußen. Das ist gut so. Da soll mir keiner sagen, ich würde die Dinge nur eindimensional sehen, nein, ich freue mich über beide Seiten: Bayern weiter, Italiener raus. Das Trauma 2006 sitzt einfach noch zu tief. Ich wollte damals italienisch lernen, mochte das Land. Das ist seit dem Halbfinale Geschichte. Immerhin gehe ich mittlerweile auch wieder zum Italiener essen. Dann reicht es aber auch mit interkulturellem Austausch.
Fußball bleibt spannend, weshalb ich jetzt einmal mit dem schreiben aufhören werde. Nur eins: Ich freue mich. Nicht mehr so sehr wegen der momentanen Ergebnisse (Wolfsburg ist schließlich noch draußen), sondern wegen der beruhigenden Aussichten. Die WM 2010 kann kommen. Radio ist zwar nicht mehr das gleiche wie zu Zeiten eines Herbert Zimmermann, aber bei kühlem Bier lässt sich das zumindest dieses eine Mal, diese eine WM ganz gut ertragen.
Montag, 7. Dezember 2009
Filipinos sind...
Heute mal eine kompakt kleine Charakterisierung meiner Mitmenschen. Filipinos sind...
... offenherzige und kontaktfreudige Menschen. Ein Gang durch die Straßen ist nahezu unmöglich ohne von einem grinsenden Filipino angeschrien oder ohne dass einem hinterhergerufen wird: „Hey Joe!“, „Gimme your money“; „Gimme your wallet“. Sehr beliebte Fragen sind auch „Where are you going?“, „What are you doing?“ oder einfach die Zwischenform „What are you going?“, obwohl die Filipinos auf diese Fragen tatsächlich keine Antwort erwarten.
... gläubig. Im Gepräch mit einem Filipino fällt meist ein Satz sehr früh: „Are you Catholic?“ In der Hoffnung, meinen Status als Evangelik ein bisschen zu vertuschen, antwortete ich meist mit - wie ich finde unglaublich raffiniert- „Yes, I am Cristian“. Erst letzte Woche habe ich nun erfahren, dass die Filipinos tatsächlich unterscheiden zwischen einerseits Katholiken und andererseits Christen (=Evangeliken).
... keine Asiaten. Zumindest was den Umstand angeht, dass vielen Asiaten ein Gen zum Alkoholabbau fehle. Filipinos trinken gerne und überall. Sehr populär sind Tuba (Kokusnusswein) und Tanduay Rum. Und obwohl Bier genauso teuer wie Tuba oder Tanduay- und es dadurch auf die Menge bis zur Wirkung betrachtet deutlich teurer ist- sind zumindest zwei Biersorten sehr populär: San Miguel Pilsen und Red Horse Starkbier. Und besonders beim Tuba fängt man auch gerne mal Mittags an, spätestens abends kann man sich des offensichtlichen Alkoholismus kaum noch entziehen, auch von Fremden wird man immer wieder auf ein Gläschen eingeladen. Und dafür muss man eins wissen: Das Glas wird reihum und grundsätzlich auf ex getrunken, alles andere wäre unhöflich. Und Lippenherpes lässt grüßen.
...sehr lustig. Lachen gehört einfach in jedem Gespräch dazu. Es gibt einfach keine leichtere Methode, Miss-und Unverständnis, persönliche oder inhaltliche Probleme mir dem Gegenüber oder auch das in vielen Fällen verpönte „Nein“ zu demonstrieren und es gleichzeitig zu überdecken. Filipinos selber wissen untereinander dennoch immer, was gemeint ist. Sogar, wenn „ja“ gesagt wird, aber „nein“ gemeint ist. Fast so direkt wie die Faust ins Gesicht erscheint da schon die durchaus populäre Anwort: „Maybe later“.
... sehr fleißig. Und zwar alle. Immer und überall. Mittlerweile habe ich bei facebook so viele philippinische wie restliche Freunde. Dafür bekomme ich jetzt pro Tag statt wie früher vielleicht zwei oder drei mindestens zwanzig bis dreißig neue Mitteilungen über facebook-Aktiviäten meiner „Freunde“. Eine dreistellige Zahl an facebook-Freunden scheint Muss zu sein, eine meiner „Freundinnen“, die ich sogar persönlich kenne, bringt es auf ganze 1.468 Freunde (Stand 07. Dezember `09). Und im Jeepney(-Bus) holte eine meiner Freunde letzt sein Handy heraus – nicht wie ich dachte zum simsen – Filipinos LIEBEN SMS- sondern tatsächlich zum online facebooken.
Ob ich diese Liste weiter führen werde? Maybe later.
(Alle Angaben ohne Gewähr; Verallgemeinerungen ließen sich nicht immer vermeiden; außerdem kenne ich nur Filipinos aus Region 8 (Inseln Leyte und Samar; viel Provinz bis größere Kleinstadt)
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